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Eine neuartige Beschreibung des Wärmetransports zwischen Flüssigkeiten und rauen Rissflächen in porösen Gesteinen

Antragsteller Dr. Thomas Heinze
Fachliche Zuordnung Hydrogeologie, Hydrologie, Limnologie, Siedlungswasserwirtschaft, Wasserchemie, Integrierte Wasserressourcen-Bewirtschaftung
Geotechnik, Wasserbau
Paläontologie
Physik des Erdkörpers
Physische Geographie
Förderung Förderung von 2018 bis 2023
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 418091647
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Wärmetransfer in geklüfteten porösen Medien ist ein essenzieller Prozess im Erdinnern. Er ist Triebkraft für zahlreiche Naturphänomene, wie Geysire, hydrothermische und vulkanische Systeme, als auch für Naturgefahren wie Gesteinsbrüche und Erdbeben. Er bildet zudem die Grundlage für industrielle Anwendungen, etwa im Bereich Geothermie. Die Fließbewegung in Risssystemen kann recht gut beschrieben werden. Es existiert eine breite Auswahl an Ansätzen, u. a. aus der Kontinuumsmechanik, multiple Medien und die explizite Beschreibung von Klüften. Allerdings haben existierende Modelle für den Wärmetransfer zwei große Schwachpunkte: Oft wird ein thermisches Gleichgewicht zwischen Gestein und Fluid vorausgesetzt und die Rolle der Risse vernachlässigt. Beides ist eng miteinander verbunden, da Risse mit hohen Fließgeschwindigkeiten eine Ursache für ein thermisches Ungleichgewicht sind und eine passende Beschreibung des Wärmetransfers in Rissen fehlt. In diesem Projekt wurde ein neuartiges Modell entwickelt, um Wärmetransfer in Klüften über räumliche und zeitliche Skalengrenzen hinweg zu beschreiben. Der wesentliche Parameter nach dem Newtonschen Kühlungsgesetz ist dabei der Wärmetransferkoeffizient, der von weiteren geometrischen, thermischen und hydraulischen Größen abhängt. Die zugänglichen Parameter zur Bestimmung des Wärmetransferkoeffizienten unterscheiden sich jedoch zwischen den einzelnen Skalen. Eine skalenübergreifende Beschreibung muss daher auf Parameter zurückgreifen, die in allen Skalen vorhanden sind oder über dimensionslose Größen skaliert werden kann. Im Rahmen dieses Projekts wurden über 300 Laborexperimente aus der Literatur gesichtet, ergänzt durch eigene Versuche, die in Kooperation durchgeführt wurden, und analysiert, um den Wärmetransferkoeffizienten für diese zu bestimmen. Der Wärmetransferkoeffizienten ist keine Größe die direkt aus Labormessungen ermittelt werden kann. Stattdessen wurde ein theoretisches Model entwickelt werden, um den Wärmetransferkoeffizienten aus den Laborergebnissen abzuleiten. Für die zur Verfügung stehenden Datensätze auf der Laborskala wurden hydraulische Kluftöffnungsweite und Fließgeschwindigkeit als die maßgeblichsten Einflussgrößen identifiziert. Obwohl über 35 Rauhigkeitsparameter für die Kluftoberflächen erfasst und getestet wurden, konnte kein systematischer Einfluss festgestellt werden. Der mögliche Einfluss von Oberflächenrauhigkeit und durchflossenen Oberfläche ist intrinsisch in den experimentellen Daten in der Kluftöffnungsweite enthalten, da diese nur für sehr kleine Kluftöffnungsweiten relevant werden. Zur Skalierung wurden daher diese beiden Parameter zusammen mit der Kluftdichte verwendet, um eine skalenunabhängige Beziehung zwischen den dimensionslosen Größen Nusselt, Prandtl und Reynolds Zahl herzustellen.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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