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Auf dem „Holzweg“: hoch konvergente Evolution von verholzten Brassicaceen verstehen

Fachliche Zuordnung Evolution und Systematik der Pflanzen und Pilze
Förderung Förderung von 2019 bis 2023
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 418452287
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Während die meisten holzigen Pflanzen holzige Vorfahren haben, entwickelten sich die sogenannten abgeleiteten holzigen Arten aus krautigen Vorfahren. Die wiederholte Entstehung von verholzten Sprossachsen (schätzungsweise 700 Fälle bei Blütenpflanzen) ist ein Beispiel für ein faszinierendes Phänomen: konvergente Evolution. Eine wichtige Pflanzenfamilie, auf die 15% der Wechsel von krautigen zu verholzten Sippen entfällt, ist die Familie der Kohlgewächse (Brassicaceae), die wichtige Nutzpflanzen wie Kohl und Raps sowie die Modellpflanze Arabidopsis thaliana enthält. Auf der Grundlage von geografischen Verbreitungsmustern und Experimenten haben wir die Hypothese aufgestellt, dass Verholzung eine wichtige Anpassung an Trockenheit ist. Unsere vorläufigen Ergebnisse zeigen, dass holzige Arten generell in trockeneren Gebieten vorkommen als ihre krautigen Verwandten, was darauf schließen lässt, dass eine holzige Wuchsform eine wirksame Anpassung an Trockenheit ist. Unser neuartiger Brassicaceae Tree of Life (BrassiToL) Ansatz ermöglicht es uns, die genaue Anzahl der evolutiven Wechsel zu holzigen Formen zu bestimmen und auf potentielle ursächliche Faktoren zu untersuchen. Auf der Basis unserer Analysen zum Verständnis der parallelen Evolution der Verholzung bei Brassicaceae haben wir unsere neue Methodik veröffentlicht, die Taxonomie der Familie zu aktualisiert und den bisher vollständigsten und genauesten BrassiToL vorgestellt. Darüber hinaus waren unsere Daten wichtiger Bestandteil einer kürzlich erschienenen Veröffentlichung einer globalen Phylogenie der Angiospermen. Unsere Analysebietet neue Einblicke in die Möglichkeiten der Züchtung trockenheitsresistenter Pflanzen. Darüber hinaus arbeiten wir an einer nahezu kompletten Brassicaceen-Phylogenie basierend auf ~4.000 Arten. Ein solcher Stammbaum ermöglicht vielen Wissenschaftlern weltweit sinnvolle Vergleiche zwischen Modellarten, Nutzpflanzen und ihren wilden Verwandten.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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