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Thermodynamische Topologieoptimierung zur Berücksichtigung dissipativer Materialeigenschaften

Fachliche Zuordnung Mechanik
Förderung Förderung von 2019 bis 2023
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 418728303
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Die Topologieoptimierung ist ein wichtiges Werkzeug bei der Entwicklung von Bauteilen, die den aktuellen Anforderungen z. B. an Ressourceneffizienz genügen müssen. Daher existieren bereits viele Topologieoptimierungsverfahren, die aber i. d. R. nur linear-elastisches Materialverhalten berücksichtigen. Daher war das Ziel dieses Projekts, den Einfluss von dissipativem Materialverhalten bei der Optimierung zu untersuchen und dabei verschiedene Herleitungen für die Thermodynamische Topologieoptimierung zu vergleichen. Aufgrund von neuen Erkenntnissen, wurde der Fokus des Projekts dahingehend angepasst, dass nicht nur materielle Nichtlinearitäten simuliert, sondern auch experimentell validiert werden sollten. Zudem sollte auch der Aspekt der nicht-linearen Prozessführung im Zusammenhang mit der Thermodynamischen Topologieoptimierung untersucht werden. Dazu wurde ein nicht-lineares Ersatzmodell entwickelt, welches verfestigendes Materialverhalten durch die Berechnung von plastischen Dehnungen berücksichtigt. Die Modellierung erlaubt dabei ein beliebiges verfestigendes Materialverhalten anhand realer Werkstoffparameter über klassische Fließfunktionen zu definieren. Strukturen, die mit verschiedenen Verfestigungsfunktionen optimiert wurden, weisen signifikante Unterschiede auf und zeigen deutliche Spannungsspitzen bei Vergleichssimulationen mit einem nicht auf das reale Werkstoffverhalten angepassten Materialmodell. Auch die Experimente bestätigen, dass z. B. optimierte Strukturen unter Spannungsrestriktionen in Form von quasi nicht-verfestigendem Materialverhalten eine durch die Topologieoptimierung erwartete höhere Festigkeit und Steifigkeit aufweisen. Damit konnte gezeigt werden, wie relevant die Berücksichtigung des realen Werkstoffverhaltens für die Sicherheit einer realen Anwendung ist. Zudem wurde der Aspekt der nicht-linearen Prozessführung für eine sequentielle Fertigung z. B. einer Brücke untersucht. Dabei wurde deutlich, dass die Struktur einer Referenzoptimierung unter Nutzlast stark von der einer sequentiell optimierten Struktur abweicht. Eine Fertigung mit der geplanten, sequentiellen Vorgehensweise ist nur mit der dafür optimierten Struktur möglich. Es ist daher notwendig für die Umsetzbarkeit einer Struktur die komplexe Prozessführung und Fertigungsrestriktionen schon in der Topologieoptimierung zu berücksichtigen.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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