Detailseite
Projekt Druckansicht

Flächenbeiträge für akustische Energiegrößen in Innenräumen

Fachliche Zuordnung Akustik
Förderung Förderung von 2019 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 418936727
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Im Rahmen dieses Forschungsprojekts wurde ein numerisches Verfahren für die Identifikation von schallerzeugenden Quellen auf schwingenden Oberflächen in akustischen Innenräumen entwickelt. Die Beiträge dieser Oberflächen zu einer definierten Zielgröße werden auch als Flächenbeiträge verstanden. In herkömmlichen Verfahren wird der Schalldruck als Zielgröße verwendet. Diese ist jedoch stark positionsabhängig, wodurch die Vorhersage insbesondere in Bereichen mit geringen Schalldrücken problematisch ist. Daher wurden in diesem Projekt Flächenbeiträge definiert, die auf akustische Energiegrößen zurückgreifen. Diese wurden anschließend dahingehend erweitert, dass das gesamte Innenvolumen als Zielgröße berücksichtigt werden kann. Schließlich wurde eine Methode für beschleunigte Simulationen von Frequenzganganalysen implementiert. Grundlage für die Flächenbeitragsanalyse bildet die Randelementemethode (BEM), die den großen Vorteil hat, dass lediglich nur der Rand des Berechnungsgebiets diskretisiert werden muss. Als Zielgröße setzt sich die akustische Energie aus der potenziellen (proportional zum Schalldruck) und der kinetischen (proportional zur Schallschnelle) Energie zusammen. Die energie-basierte Flächenbeitragsanalyse liefert damit zuverlässige Vorhersagen insbesondere in Regionen und Frequenzbereichen mit geringen Schalldrücken. Um die volumen-bezogenen Flächenbeiträge zu bestimmen, werden analog zur Gauss‘schen Integration die akustischen Energiedichten an vielen Punkten als Stützstellen interpretiert. Die Summe über die Stützstellen liefert damit eine effiziente Approximation der volumenbezogenen Flächenbeiträge. Schließlich wurde ein Verfahren für beschleunigte Simulationen von harmonischen Analysen implementiert. Hierfür wurde ein Multi-Fidelity-Modell entwickelt, welches hoch-exakte Vorhersagen von rechenintensiven Rechenmodellen mit weniger genauen, aber dafür kostengünstigen, Modellen kombiniert. Die Multi-Fidelity-Modelle basieren auf Gaussprozessen, deren Formulierung auf das Bayes'sche Wahrscheinlichkeitsprinzip zurückgehen. Somit können Unsicherheiten, die bspw. durch vereinfachende Modellannahmen oder unzureichende Informationen über Parameter entstehen, inherent quantifiziert werden. Alle entwickelten Verfahren wurden an einer realen, industriellen Problemstellung verifiziert: dem niederfrequenten Dröhngeräusch in Kraftfahrzeugen. Zusammengefasst wurde in diesem Forschungsprojekt ein robustes und effizientes Diagnosewerkzeug für die Identifikation von Flächenbeitragen entwickelt. Akustische Energiegrößen als kombinierte Schnelle-Druck Zielgröße ermöglichen tiefere Einblicke in das Verhalten von akustischen Systemen. Außerdem wurde ein probabilistisches Verfahren für beschleunigte Frequenzganganalysen implementiert. Dies ermöglicht robuste Vorhersagen vorallem wenn nur Teilinformationen verfügbar sind. Somit ist der Weg geebnet für eine schnelle Entscheidungsfindung, insbesondere in frühen Phasen des Entwicklungsprozesses.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

Zusatzinformationen

Textvergrößerung und Kontrastanpassung