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Der Zusammenhang von hippocampalen CA3 Sequenzen und Ortsrepräsentationen

Fachliche Zuordnung Kognitive, systemische und Verhaltensneurobiologie
Förderung Förderung von 2019 bis 2023
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 419289665
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Im Hippocampus von Säugetieren findet man zeitlich aufeinander abfolgende neuronale Aktivierung von Neuronen, die sich als Repräsentation einer räumlichen Trajektorie interpretieren lassen. Die Funktion derartiger “Sequenzen” ist allerdings nicht hinreichend erforscht. Manche Theorien vermuten dass diese Sequenzen mit Planung und Navigation zusammenhängen, andere sehen einen Bezug zur Gedächtniskonsolidierung. Es gibt allerdings auch Hinweise, dass zumindest manche dieser Sequenzen bereits auftreten, noch bevor das Tier eine entsprechende Erfahrung in einer räumlichen Umgebung gemacht hat, aber posthoc als Trajektorie dort interpretiert werden können. Dies läßt vermuten, dass die senso-motorische Erfahrung während Sie passiert auf diese bereits vorhandenen Sequenzen abgebildet werden könnte. Im abgeschlossenen Forschungsprojekt wurde nun ein computationales Modell entwickelt, welches die Plausibilität eines derartigen Mechanismuses nachweist und gleichzeit experimentelle Vorhersagen macht. Diese Vorhersagen wurden ebenfalls in bereits vorhandenen Daten überprüft. So zeigt unsere Modellierung und Analyse, dass manche Sequenzen besonders sichtbar sind, wenn ein Tier sich in einer bestimmeten Richtung fortbewegt, und dass dies hauptsächliche in der CA3 Region des Hippocampus zu finden ist. Ausserdem konnten wir zeigen, dass bereits vorher existierende Sequenzen nützlich sind um räumliche Repräsentationen zu lernen die für Navigationsaufgaben geeignet sind. Außerdem zeigte unsere Modellierung, dass intrinsische Sequenzen auch vor dem Hintergrund einer stärkeren senso-motorisch getriebenen Aktivität detektierbar sind und so als Landmarken-Signale, die unabhängig von der Trajketorie sind, genutzt werden können. Kleine Modulationen hippocampaler Ortzell-Akivität haben somit einen reliablen, von der Encodierung der Trajektorie unabhängigen, Informationsgehalt.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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