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Nichtunterlegenheit und zusätzlicher Nutzen von internetbasierter versus face-to-face kognitiver Verhaltenstherapie für Insomnie: eine randomisierte kontrollierte Studie

Fachliche Zuordnung Persönlichkeitspsychologie, Klinische und Medizinische Psychologie, Methoden
Klinische Psychiatrie, Psychotherapie und Kinder- und Jugendpsychiatrie
Förderung Förderung seit 2021
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 422022593
 
Die insomnische Störung ist eine weit verbreitete Störung, die mit zahlreichen negativen gesundheitlichen Folgen verbunden ist. Die kognitive Verhaltenstherapie bei Insomnie (KVT-I) wird von klinischen Leitlinien als Behandlung der ersten Wahl empfohlen, ist jedoch nur für einen kleinen Teil der Betroffenen tatsächlich verfügbar. Internetbasierte KVT-I (iKVT-I) könnte zur Lösung dieses Problems beitragen. Da bislang keine ausreichende Evidenz zur Nichtunterlegenheit vorliegt, zielt diese Studie direkt darauf ab, eine internetbasierte, therapeutengeleitete KVT-I mit einer face-to-face-KVT-I im Hinblick auf die Schwere der Insomnie nach der Behandlung zu vergleichen. Darüber hinaus wird eine gesundheitsökonomische Evaluation durchgeführt sowie potenzielle Vor- und Nachteile der therapeutengeleiteten iKVT-I untersucht. Es handelt sich um eine randomisierte, kontrollierte Zweiarm-Parallelgruppen-Nichtunterlegenheitsstudie, in der therapeutengeleitete iKVT-I mit face-to-face-KVT-I in der Routineversorgung verglichen wird. Insgesamt werden 454 Patientinnen und Patienten mit Insomnie-Diagnose randomisiert und in 9 Studienzentren in ganz Deutschland behandelt. Die Erhebungen finden zu Studienbeginn, 10 Wochen nach Randomisierung (Post) sowie 6 Monate nach Randomisierung (Follow-up) statt. Der primäre Endpunkt ist die Schwere der Insomnie, gemessen mit dem Insomnia Severity Index. Sekundäre Endpunkte umfassen depressive Symptome, Lebensqualität, Fatigue, körperliche Aktivität, Tageslichtexposition, behandlungsassoziierte Nebenwirkungen sowie eine gesundheitsökonomische Evaluation. Die breite Implementierung der KVT-I stellt eine bedeutende Herausforderung für das Gesundheitssystem dar. Die Nichtunterlegenheit der therapeutengeleiteten iKVT-I gegenüber der face-to-face-KVT-I wird in einer ausreichend großen Stichprobe in der Routineversorgung untersucht, wobei beide Interventionen denselben therapeutischen Inhalt und dasselbe Qualifikationsniveau der Behandelnden bieten. Sollte die Studie die Nichtunterlegenheit der therapeutengeleiteten iKVT-I belegen, könnten Gesundheitsversorger diese Behandlung ihren Patientinnen und Patienten mit größerer Zuversicht empfehlen und so zur weiteren Verbreitung der KVT-I beitragen.
DFG-Verfahren Klinische Studien
 
 

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