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Zu einer temporalen Vergleichstheorie der Ausbildung akademischer Selbstkonzepte (“ZEIT”)

Fachliche Zuordnung Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie
Allgemeines und fachbezogenes Lehren und Lernen
Förderung Förderung seit 2019
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 422507547
 
In den letzten Jahrzehnten wurde der Einfluss sozialer Vergleiche (bei denen Schüler*innen ihre Leistungen mit denen anderer Schüler*innen vergleichen) und dimensionaler Vergleiche (bei denen Schüler*innen ihre Leistungen in unterschiedlichen Schulfächern vergleichen) auf die Ausbildung akademischer Selbstkonzepte intensiv beforscht. Demgegenüber haben temporale Vergleiche (bei denen Schüler*innen ihre aktuellen Leistungen mit ihren früheren Leistungen vergleichen) in der pädagogisch-psychologischen Selbstkonzeptforschung bisher relativ wenig Aufmerksamkeit erfahren. Mit dem 2I/E-Modell entwickelten Wolff et al. (2019) jedoch eine Erweiterung des klassischen Internal/External-Frame-of-Reference-Modells, die temporale Vergleiche als dritten Vergleichsprozess neben sozialen und dimensionalen Vergleichen bei der Ausbildung akademischer Selbstkonzepte berücksichtigt. Ausgehend vom 2I/E-Modell wurde der Einfluss temporaler Vergleiche auf die Ausbildung akademischer Selbstkonzepte in der ersten Phase des TIME-Projekts in verschiedenen Studien mit unterschiedlichen methodischen Ansätzen untersucht. Obwohl diese Studien eine Vielzahl bedeutsamer Erkenntnisse hervorbrachten, bestehen hinsichtlich der Rolle temporaler Vergleiche bei der Ausbildung akademischer Selbstkonzepte jedoch weiterhin noch zentrale Forschungslücken. Mit Blick auf das Ziel, eine temporale Vergleichstheorie der Ausbildung akademischer Selbstkonzepte zu postulieren, sollen diese Forschungslücken in der zweiten Phase des TIME-Projekts geschlossen werden. Konkret soll untersucht werden, ob das Vorliegen temporaler Vergleichseffekte in Experimenten, in denen Versuchspersonen manipuliertes Feedback bezüglich ihrer Leistung in zwei Teilen eines Fähigkeitstests erhalten, davon abhängt, ob es sich bei den Versuchspersonen um Schüler*innen oder Studierende handelt, ob sie das Feedback nach Beendigung jedes Testteils erhalten und/oder ob sie zwischen der Bearbeitung der Testteile Informationen erhalten, wie sie ihre Leistung im zweiten Testteil verbessern können (Studie 1). Zudem sollen Daten aus einer zweijährigen Längsschnittstudie, die in der ersten Projektphase durchgeführt wurde, ausgewertet werden, um herauszufinden, ob Schüler*innen temporale Vergleiche mit ihren tatsächlichen oder subjektiv verzerrten Leistungen durchführen (Studie 2), ob die Stärke temporaler Vergleichseffekte davon abhängt, wie stark sich Schüler*innen in einem Schulfach anstrengen (Studie 3), ob temporale Vergleiche die Selbstkonzepte von Schüler*innen auch nach Kontrolle der Effekte kriterialer Vergleiche (hier: ob Schüler*innen ihre Leistungsziele erreichen) beeinflussen (Studie 4) und ob temporale Vergleiche auch intrinsische Werte von Schüler*innen beeinflussen und diese Effekte ggf. durch deren Selbstkonzepte mediiert werden (Studie 5). Am Ende des Projekts soll die temporale Vergleichstheorie der Ausbildung akademischer Selbstkonzepte postuliert werden, die maßgeblich auf den Befunden des TIME-Projekts aufbaut.
DFG-Verfahren Sachbeihilfen
Mitverantwortlich Professor Dr. Jens Möller
 
 

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