Detailseite
Projekt Druckansicht

Vertrauensbildung und Zukunftskonstruktion über Smartphones und soziale Medien an Zwischenorten transnationaler Migration am Beispiel von Geflüchteten aus Ostafrika

Antragsteller Professor Dr. Michael Schönhuth, seit 1/2023
Fachliche Zuordnung Ethnologie und Europäische Ethnologie
Förderung Förderung von 2020 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 422709975
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Das Projekt hat die Rolle von Smartphones und Social Media für Vertrauensbildung und Zukunftskonstruktion seitens Geflüchteter an Zwischenorten transnationaler Migration zum Thema. Hauptforschungsfragen waren, wie sich Geflüchtete, die in ihrer Handlungs- und Bewegungsfreiheit eingeschränkt sind, ihre Zukunft vorstellen und planen, welche Bedeutung dabei Smartphones und Social Media zukommen und welchen Personen, Inhalten, Medien und Plattformen sie in welchem Kontext vertrauen oder misstrauen. Dies wurde am Beispiel von Geflüchteten aus Ostafrika, die in Kenia im Kakuma Refugee Camp oder in Urban Settlements in kenianischen Städten leben, untersucht. Hierfür hat die Mitantragstellerin am Leben und (Arbeits-)Alltag der Geflüchteten beobachtend teilgenommen und Gespräche, Interviews und Fokusgruppen zum Thema durchgeführt. In einem mehrtägigen Workshop mit Geflüchteten wurde die Bedeutung von Smartphones und Social Media für Vertrauen und Zukunft diskutiert. Die Feldforschung fand über vier Aufenthalte von 1–3 Monaten über eine Dauer von insgesamt 9 Monaten in Nairobi, Eldoret, Kakuma und Mombasa statt. Die Ergebnisse zeigen die verschiedenen Zukunftsvorstellungen und -pläne der Migrant*innen, die Zukunftsmöglichkeiten und Barrieren, diese zu verwirklichen, wie ein Leben in Kenia, in Europa oder Übersee, eine Rückkehr an den Herkunftsort oder ein Verbleib im Lager, im Spiegel der jeweiligen, von individuellen und gemeinschaftlichen Faktoren abhängigen Medienpraktiken. Sie zeigen die Agency, Chancen und Möglichkeiten der Geflüchteten aber auch die Gefahren, denen Geflüchtete online ausgesetzt sind. Die Ergebnisse des Projekts sind relevant für die vertiefende Erforschung und Theoretisierung der Relation zwischen einem Leben an Transitorten der Migration und gleichzeitiger Vernetzung und Agency via Mobiltelefonie und Social Media.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

  • Geflüchtetenunterkünfte und Lager als Grenzparadigma: Lebenswirklichkeiten in Zeiten der Coronapandemie. BorderObs 02.06.2020.
    Böhme, Claudia & Anett Schmitz
  • Geflüchtetenunterkünfte und Lager als Grenzparadigma: Lebenswirklichkeiten in Zeiten der Coronapandemie. Borders in Perspective. UniGR-CBS Thematic Issue 4: 95-100.
    Böhme, Claudia & Anett Schmitz
  • The Future in the work of artists from Kakuma refugee camp. 16th EASA biennal conference. Virtual Lisbon conference, 22.07.2020.
    Böhme, Claudia
  • Trust-building and Future Construction through Smartphones and Social Media at Intermediate Locations of Transnational Migration. Interdisciplinary lecture series "Flight, Migration and Im/Mobility: Interdisciplinary Perspectives", University of Trier, 15.01.2020.
    Böhme, Claudia
  • Fluchtmigration in Zeiten der Corona-Krise: Ethnografische Perspektiven aus Griechenland (Moria) und Kenia (Kakuma). Fluchtmigration und Geflüchtetenunterbringung. Interdisziplinäre Dialoge. University of Trier & Klagenfurt. 13.04.2021.
    Böhme, Claudia & Anett Schmitz
  • Reading the Corona crisis from a post-migrant perspective? From Separating Refugee Accommodations to the Urban Vision of a Cosmopolitan Solidarity Plan. In: Moritz Schramm, Hans Christian Post, Anna Meera Gaonkar (Eds.) Postmigrant: Art, Culture and Politics in Contemporary Europe. Bielefeld: Transcript. 319-340.
    Böhme, Claudia, Marc Hill, Caroline Schmitt & Anett Schmitz
  • Refugee 2.0. Critical Pedagogy, Race, and Media, 69-90. Routledge.
    Böhme, Claudia
  • Trust Building and Future Construction via Smartphones and Social Media at intermediate Locations of Transnational Migration. Migrant Belongings. Digital Practices and the Everyday. Online Conference, Utrecht University, 23.4.2021.
    Böhme, Claudia
  • Making sense through myth and commentary: The social media practices of refugees living in Kakuma refugee camp. Workshop Commentary and (social) media in East Africa. Department of Anthropology and African Studies, Johannes Gutenberg University of Mainz,13.06.2022.
    Böhme, Claudia
  • Refugee’s agency and coping strategies in refugee camps during the coronavirus pandemic: ethnographic perspectives. Comparative Migration Studies, 10(1).
    Böhme, Claudia & Schmitz, Anett
  • Rethinking research methods and ethics in African Forced Migration research. Workshop African Forced Migration Research in Germany, Arnold-Bergstraesser Institut Freiburg, 11.06.2022.
    Böhme, Claudia
  • Social Media as a tool for future-making. Kakuma Refugee Camps inhabitants’ entrepreneurial and artistic projects, off-and online. 17th EASA Biennial Conference 2022, Queen’s University Belfast, 26.07.2022.
    Böhme, Claudia
  • Digital Communication Practices around the Experience of Resettlement from Kakuma Refugee Camp to Germany. sozialpolitik.ch.
    Böhme, Claudia
  • Postcolonial migration management in Kenya-views from migrants in Nairobi, Kapsoya and Kakuma Refugee camp. IMISCOE Spring Conference, Université de Cote d’Azur, Nizza, 15.03.2023.
    Böhme, Claudia
  • Vertrauensbildung und Zukunftskonstruktion über Smartphones und soziale Medien an Zwischenorten transnationaler Migration am Beispiel von Geflüchteten aus Ostafrika. Institutskolloquium des Instituts für Ethnologie und Afrikastudien, Johannes Gutenberg- Universität Mainz.17.01.2023.
    Böhme, Claudia
  • Epilogue: The Power of Arts for Future Making in East Africa: From Kakuma Refugee Camp and Beyond. Special Issue: Art and Imagined Futures in Eastern Africa. Nordic Journal of African Studies Vol 33(2): 178-184
    Böhme, Claudia
 
 

Zusatzinformationen

Textvergrößerung und Kontrastanpassung