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The short- and long-term effects of changing financial market conditions on corporate financing, innovation activities and firm performance

Subject Area Economic Policy, Applied Economics
Term from 2019 to 2023
Project identifier Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Project number 423216702
 
Final Report Year 2024

Final Report Abstract

Das Ziel der ersten Phase und zum großen Teil der zweiten Phase dieses Projektes ist es, die Zusammenhänge zwischen Veränderungen von Finanzmarktbedingungen auf das Innovationsgeschehen und darüber hinaus auf Weiterbildungsaktivitäten zu erforschen. Hierbei werden konkret die Auswirkungen der Finanzmarktkrise auf die verschiedenen Banken einerseits und ihrer Geschäftskunden andererseits untersucht. Die empirischen Ergebnisse zeigen, dass Unternehmen, deren Hausbanken durch die Finanzkrise stark betroffen waren, ihre Innovationsaktivitäten stärker reduzieren als andere Firmen. Im zweiten Abschnitt des Projekts werden kurz- und langfristigen Effekte der Finanzkrise unterschieden, die Rolle von staatlichen Subventionen als moderierender Faktor und die Auswirkungen der Krise auf Weiterbildungsaktivitäten der Beschäftigten analysiert. Unsere Untersuchungen weisen darauf hin, dass die Unternehmen nach der Finanzkrise wieder das Niveau der FuE-Ausgaben vor der Krise erreichen können. Subventionen können die negativen Effekte des erschwerten Zugangs zu Fremdkapital in der Finanzkrise teilweise oder ganz ausgleichen. Hieraus folgt als Politikimplikation, dass die Subventionen an innovative Unternehmen antizyklisch vergeben werden sollten. Es kann weiterhin festgestellt werden, dass innovative und nicht-innovative Unternehmen in der Finanzkrise ihre Weiterbildungsaktivitäten ausgeweitet haben. Die innovativen Unternehmen haben dies jedoch weniger stark als die nichtinnovativen Firmen getan, was daran liegen kann, dass die innovativen Firmen weniger von der Finanzkrise betroffen waren und ihre Belegschaft zum größten Teil weiterhin in der Produktion eingesetzt wurde. In einer weiteren Studie werden verschiedene Strategien zur Wissensgenereriung untersucht. Eine Strategie ist reverse engineering, d.h. bereits existierende Produktinnovationen werden von Konkurrenzunternehmen eingehend analysiert und anschließend nachgebaut. Es zeigt sich, dass Firmen, die reverse engineering praktizieren, Finanzierungsrestriktionen unterliegen und das kann ein Grund für die Verfolgung der (relativ kostengünstigen) Imitationsstrategie sein. Aufgrund der aktuellen Entwicklungen hat sich das Projekt nicht nur mit der Finanzkrise sondern auch mit den Auswirkungen der Corona-Krise befasst. Es wird untersucht, ob von der Corona-Krise negativ betroffene Firmen die entstandenen Einnahmenausfälle durch Reduzierungen von Zahlungen an Stakeholder (Unternehmenseigner, Vorstandsmitglieder, mittleres Management, andere Arbeitnehmer) kompensieren wollen. Es zeigt sich, dass bei allen Stakeholdergruppen die Wahrscheinlichkeit einer Verringerung von Zahlungen an sie steigt, wenn die jeweiligen Firmen von der Corona-Krise negativ betroffen waren. Innovative Unternehmen kürzen bei gleicher Betroffenheit mehr als nicht-innovative Firmen.

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