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Modellierung eines hyperheuristischen Ansatzes im Rahmen eines Agentensystems zur Unterstützung der operativen Erbringungsplanung für Industrielle Produkt-Service Systeme im Produktionsumfeld

Fachliche Zuordnung Produktionssystematik, Betriebswissenschaften, Qualitätsmanagement und Fabrikplanung
Förderung Förderung von 2019 bis 2023
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 424733996
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Industrielle Produkt-Service Systeme (IPS2) transformieren traditionelle Geschäftsmodelle, indem die Verfügbarkeit oder Nutzung eines Produkts anstelle des physischen Produkts selbst verkauft wird. Dies bietet produzierenden Unternehmen wesentliche Vorteile, wie eine gesteigerte Kundenzufriedenheit oder die Generierung langfristiger, kontinuierlicher Einnahmen. Gleichzeitig sehen sich die Anbieter jedoch auch neuen Herausforderungen gegenübergestellt. Ein kritischer Aspekt ist die operative Erbringungsplanung, in der die Zuweisung geeigneter Ressourcen wie Technikern zu spezifischen Aufträgen, vorranging Instandhaltungsaktivitäten, erfolgt. Die Komplexität dieser Zuweisung wird durch die Vielzahl an Möglichkeiten sowie unterschiedlichen Anforderungen der geografisch verteilten Aufträge, wie Fristen und potenzielle Strafzahlungen, weiter erhöht. Ineffizienzen im Planungsprozess können nicht nur zu signifikanten Kostensteigerungen führen, sondern auch das Kundenvertrauen beeinträchtigen. Angesichts des enormen Lösungsraums und der Komplexität der Planungsaufgabe ist eine exakte rechnergestützte Lösung in Polynomialzeit nicht realisierbar, was den Einsatz heuristischer Methoden unerlässlich macht. Zur Bewältigung dieser Komplexität und Automatisierung der Planerstellung wurde in diesem Projekt ein Entscheidungsunterstützungssystem für die operative Erbringungsplanung in IPS2 entwickelt. Hierzu wurden zunächst die relevanten Akteure in der operativen Planung identifiziert und mit Hilfe der Gaia-Methode analysiert. Anschließend wurden die Kommunikationsverläufe und Interaktionen der Akteure in den einzelnen Arten der Erbringung untersucht. Auf dieser Grundlage wurde ein Agentenmodell abgleitet, um eine flexible Anpassbarkeit des zu entwickelnden Systems zu gewährleisten. Das Agentenmodell umfasst Kunden, Aufträge, Techniker, Disponenten, IPS2-Anbeiter und externe Zulieferer als Agenten. Zur Generierung und Optimierung von Plänen hinsichtlich der durch ihre Umsetzung zu erwartenden Kosten wurde ein hyperheuristischer Ansatz modelliert, welcher sich einem Genetischen Algorithmus bedient. Dieser wählt nach den Prinzipien der Evolutionstheorie vordefinierte Low-Level-Heuristiken (LLHs) – problemspezifische Lösungsstrategien – aus und wendet diese auf das Problem so an, dass die Stärken einzelner LLH genutzt und die Schwächen kompensiert werden. Die Entwicklung des Entscheidungsunterstützungssystems resultierte aus der Übertragung des hyperheuristischen Ansatzes auf das Agentenmodell, welches so implementiert wurde, dass es basierend auf einem Nutzerinput zu Technikern und Aufträgen instanziiert und somit auf spezifische unternehmerische Randbedingungen flexibel angepasst werden kann. Das entwickelte System wurde zunächst durch die Erstellung von optimierten Plänen für zufällig generierte Auftragsdaten evaluiert. Abschließend erfolgte eine Validierung mittels realer Auftragsdaten eines Unternehmens, womit die Effizienz des Systems bewiesen werden konnte.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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