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Slice Up - Die Thin-Slices-Technik: Anwendung auf Unterricht und Analyse der Urteilsprozesse

Fachliche Zuordnung Allgemeines und fachbezogenes Lehren und Lernen
Förderung Förderung von 2019 bis 2023
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 425958473
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Das Slice-Up-Projekt untersuchte ein bisher in der Unterrichtsforschung kaum verwendetes, aber höchst ökonomisches Verfahren zur Analyse von Unterricht. Bei der Thin-Slice-Technik (TST) beurteilen ungeschulte Rater*innen Personenmerkmale anhand sehr kurzer Videoausschnitte. Das Projekt ermittelte die Akkuratheit solcher Urteile im Unterrichtskontext, untersuchte die zum Urteil führenden kognitiven Prozesse und erarbeitete Anwendungsempfehlungen. Die Studie umfasste Sekundäranalysen vorliegender Videostudien, (quasi-) experimentelle Studien sowie Meta-Analysen. Es zeigte sich, dass Unterrichtsclips von nur 30 Sekunden Länge ausreichen, um ein hinreichend akkurates Urteil über die Unterrichtsqualität zu gewinnen und dass diese Urteile aufgrund einer schnellen, intuitiven Form der Informationsverarbeitung gefällt werden. Die durch die TST gewonnenen Qualitätsratings weisen hohe Reliabilität auf und korrelieren mit Qualitätsratings von trainierten Rater*innen, die die ganze Unterrichtsstunde bewerten. Dabei gewinnt die Akkuratheit mit der Anzahl der Rater*innen. Zwei Längsschnittstudien zur Vorhersage der Schüler-Entwicklung durch die per TST erfasste Unterrichtsqualität, ergaben inkonsistente Ergebnisse. Zusammenfassend kann die TST als schnelles und effizientes Screeninginstrument für Unterrichtsqualität empfohlen werden, das aber eine detaillierte Analyse von Unterricht nicht ersetzen kann.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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