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Molekulare Komplexität in astrophysikalischen Umgebungen mit kleiner Metallizität

Fachliche Zuordnung Astrophysik und Astronomie
Förderung Förderung von 2019 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 426501126
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Die Magellanschen Wolken sind mit ihrer geringen Metallizität und ihrem hohen UV-Feld die beste lokale Analogie zu den Bedingungen im frühen Universum. Das Verständnis der Sternentstehung in dieser Epoche ist wichtig, da die meisten der heute im Universum existierenden Sterne unter solchen Bedingungen entstanden sind. Ein weiterer relevanter Aspekt ist, dass wir die Entstehung massereicher Sterne in einer solchen Umgebung verstehen müssen. Diese Sterne, die zwar nur eine kurze Lebensdauer haben, aber den Energieeintrag in ihre Umgebung dominieren, prägen nicht nur ihre lokale Umgebung, sondern können durch kollektive Supernovaexplosionen in massereichen Sternhaufen Strukturen im galaktischen Maßstab formen und zerstören. Daher ist es wichtig zu wissen, ob sie im Vergleich zur heutigen Sternentstehung unter- (bottom heavy IMF) oder überhäufig (top-heavy IMF) vorhanden waren. Die Magellanschen Wolken sind so nahe, dass detaillierte Prozesse der Sternentstehung mit hoher Masse mit leistungsstarken Teleskopen wie ALMA mit hoher räumlicher Auflösung und Empfindlichkeit beobachtet werden können. Wir haben solche Daten bekommen, die eine Bestandsaufnahme des molekularen und protostellaren Gehalts von 20 Regionen in der Großen Magellanschen Wolke ermöglichen. Ziel war es, den Gehalt komplexer organischer Moleküle (COMs) in den heißen Kernen der LMC zu bestimmen und ihn mit den Sternentstehungseigenschaften der Regionen zu vergleichen. Der COM-Gehalt gibt Aufschluss über die Staubtemperatur in den frühen Phasen der Sternentstehung, die sich auf die Jeans-Masse und damit auf die Fragmentationseigenschaften sowie auf die Klumpenmassenfunktion der Kerne auswirkt. Darüber hinaus konnten wir die Kernmassenfunktion, die Clustereigenschaften und die Effizienz der Kernbildung untersuchen.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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