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Dialektvariation und Sprachkontakt im Udmurtischen

Fachliche Zuordnung Allgemeine und Vergleichende Sprachwissenschaft, Experimentelle Linguistik, Typologie, Außereuropäische Sprachen
Förderung Förderung von 2019 bis 2025
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 428175960
 
Erstellungsjahr 2025

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Udmurtisch ist eine in Russland gesprochene Minderheitensprache. Sie gehört zur Uralische Sprachfamilie (und ist somit ein mit dem Ungarischen und Finnischen verwandt). Seit mehr als 500 Jahren steht das Udmurtische in engem Kontakt mit den Turksprachen, vor allem mit dem Tatarischen, die im Wolga-Kama-Gebiet sozioökonomisch vorherrschend waren. Udmurtisch hat verschiedene Dialekte; die Dialekte im Süden wurden stärker vom Tatarischen beeinflusst als die im Norden. Die Dialektologie des Udmurtischen hat eine lange Tradition, konzentrierte sich jedoch hauptsächlich auf Phonologie und Vokabular. Ziel dieses Projekts war es, mehrere Aspekte der dialektalen Variation des Udmurtischen im Bereich der Grammatik (Morphosyntax) mit den Methoden der Feldlinguistik zu untersuchen und festzustellen, ob Tatarisch bei der Gestaltung der dialektalen Variationen eine Rolle spielte. Für drei Themen – die gegenseitige Reihenfolge von Partikeln, die grammatikalische Struktur des Nominalphrasens und des Postpositionalphrasens – habe ich erstmals die geografische Verteilung der dialektalen Varianten beschrieben und analysiert. Es stellte sich heraus, dass fast alle Variationen durch sprachinterne Prozesse und nicht durch den Einfluss des Tatarischen erklärt werden können. Dies ist überraschend, da das Tatarische in diesen Bereichen strukturell ähnlich ist; man könnte erwarten, dass es einfach wäre, grammatikalische Muster aus einer strukturell kompatiblen Sprache zu reproduzieren. Außerdem habe ich (zusammen mit Aigul Zakirova) eine besondere Reihe von Indefinitpronomen beschrieben, die „Ich weiß nicht, was/wer ...“ oder „Weiß Gott was/wer ...“ bedeuten können und von vielen Sprachen im gesamten Wolga-Kama-Gebiet übernommen oder entlehnt wurden. Schließlich habe ich zusammen mit Maria Usacheva und Maria Cheremisinova eine umfassende Grammatik des Besermanischen verfasst – eine gefährdete Sprache, die von etwa 2000 Besermanen gesprochen wird und früher als udmurtischer Dialekt klassifiziert wurde.

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