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"Beethoven in the House": Digitale Studien zu Bearbeitungen für Hausmusik

Fachliche Zuordnung Musikwissenschaften
Förderung Förderung von 2019 bis 2023
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 429039809
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

“Beethoven in the House” (BitH) umfasste zwei neuartige und sich ergänzende Studien zu Arrangements für die Hausmusik des 19. Jahrhunderts, außerdem die Entwicklung einer digitalen Forschungsumgebung für diese Studien sowie die innovative Anwendung von Methoden der digitalen Musikwissenschaft innerhalb dieser Umgebung. Die hausmusikalische Aufführung von Musik war das Mittel, mit dem die meisten Werke vor dem Aufkommen von Tonaufnahmen und Rundfunksendungen rezipiert wurden. Dennoch wurden die Notentexte, welche den primären Zugang zu dieser Kultur bieten, bislang nicht zum Gegenstand umfassender Studien. Die Anpassungen hinsichtlich Instrumentierung, Kürzungen und Vereinfachungen, welche die Bearbeiter für den hausmusikalischen Gebrauch vornahmen, spiegeln das Musikleben des 19. Jahrhunderts wider und sind neben zeitgenössischen Zeitungsberichten, Werbeanzeigen, Tagebüchern und anderen wesentlich für unser musikhistorisches Verständnis. In einer Studie, die von den Hausmusik-Bearbeitungen von Beethovens 7. und 8. Sinfonie sowie Wellingtons Sieg als zentralen Werke ausging, wurde ein detaillierter Vergleich zwischen den Bearbeitungen vorgenommen, wobei die Frage gestellt wurde, inwiefern dieser den Aussagen Steiners entspricht. Eine zweite Studie befasste sich mit einer größeren Stichprobe von weniger bekannten Bearbeitungen für Hausmusik, welche in der von 1823 bis 1833 erschienenen Zeitschrift Harmonicon veröffentlicht wurden. Dabei ging es darum, den Besonderheiten dieser Arrangements nachzuspüren, um die Zielsetzungen und Gepflogenheiten dieser zeitgenössischen Musikindustrie aufzudecken. Beide Studien nutzten unterschiedliche digitale Methoden und kombinierten verschiedene bereits existierende Anwendungen. Ein neuartiger Ansatz des Projekts war die Verwendung von Selektiven Codierungen, bei denen Musikalische Dokumente digitalisiert und ihr Inhalt als Daten nur in dem Maße erfasst wird, wie es für die beabsichtigten musikwissenschaftlichen Aussagen notwendig ist. Beide Aspekte – Workflows basierend auf einer Kombination von mehreren spezialisierten Werkzeugen und Selective Encodings – reduzieren die Voraussetzungen zur Anwendung digitaler Methoden in der Musikwissenschaft erheblich. Um dieses Potenzial zu verdeutlichen, wurde mit dem BitH Annotator ein Tool entwickelt, das einem sorgfältig konzipierten Datenmodell auf Basis von Linked Open Data folgt. Damit wird es möglich, wissenschaftliche Anmerkungen zu digital zugänglichen Notentexten zu erstellen, zu verbreiten und abzurufen.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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