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Der Austauschfluss zwischen präferenziellen Fließwegen und der Bodenmatrix: von der Poren- zur Kontinuum-Skala mit Tensoren

Fachliche Zuordnung Bodenwissenschaften
Förderung Förderung von 2020 bis 2023
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 429630843
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Der Austausch von Wasser und gelösten Stoffen zwischen Makroporen und Bodenmatrix ist wichtig für die Quantifizierung des präferenziellen Flusses, z.B. zur Vorhersage der Auswaschung von Schadstoffen aus Ackerböden. Bislang fehlt allerdings ein adäquates porenskaliges Verständnis dieses Prozesses. Ziel des Gemeinschaftsprojekts war es, eine neue Klasse von Modellen des Austauschflusses auf der Grundlage physikalisch-basierter porenskaliger Prozesse zu etablieren. Die Gruppe von der RAS (Moskau) arbeitete an der porenskaligen Modellierung des Flusses sowie der stochastischen Rekonstruktion des Porenraumes mittels Bildanalyse von Röntgentomographien (X-CT). Die Gruppe vom ZALF (Müncheberg) charakterisierte Makroporenoberflächen und entwickelte hydro-mechanische Modelle auf Basis der Methodik der diskreten Elemente (DEM) sowie Experimente für simultane 3D X-CT und Neutronentomographie (N-CT) des Wasseraustausches an Proben mit zentraler Biopore. Mechanische Eigenschaften von Proben mit und ohne tonig-organische Auskleidungen von Wurmgängen wurden anhand des Bruchwiderstands indirekt ermittelt. In das DEM Modell der Bodenumgebung eines Wurmganges flossen Dichte- und Partikelinformationen ein, so dass feiner- (Rand) und gröber-körnige (Matrix) poröse Aggregate gebildet werden konnten. Die DEM Modelle wurden mit einem 2-Phasen Poren-Finite-Volume (2PFV) Fließmodell (RAS) gekoppelt, um die Dynamik der Struktur (Rissbildung, Schrumpfung) zusammen mit derjenigen der Wassergehalts-, Potenzial- und Festigkeitsverteilung während der Entwässerung zu beschreiben. Aus porenskaligen Simulationen wurden „effektive“ hydraulische Funktionen in Abhängigkeit des spezifischen Volumens dargestellt. Die simultanen 3D X-CT und N-CT Fluss-Experimente bestätigten den Austausch-hemmenden Effekt der Randschicht für Proben aus dem Bt-Horizont. Der in die Matrix gerichtete Austauschfluss war größer als der (osmotisch induzierte) zur Makropore hin gerichtete Fluss. 2D Neutronen-Radiographien zeigten, dass die Randschicht der Biopore im C-Horizont den Austauschfluss nicht hemmte. Die aus Mini-Infiltrometer-Daten abgeleitete hydraulische Leitfähigkeit der intakten Oberfläche von Wurmgängen aus dem C-Horizont korrelierte nicht mit der potenziellen Benetzungshemmung trotz großer lokaler Heterogenität (Millimeter-Skala). Die geopolitische Lage führte dazu, dass viele mit der RAS Gruppe gemeinsam geplante Arbeiten nicht aus- oder weitergeführt werden konnten, u.a. zu den Austauschkoeffizienten. Das Projekt hat dennoch grundlegend neue Ansätze zur experimentellen Erfassung und Modellierung des Austauschflusses realisiert. Durch hochauflösende Bildanalyse und Simulation der Dynamik der Bodenfestphase besteht künftig die Möglichkeit der Einbeziehung sowohl der lokal verteilten Benetzungshemmung, der Rissbildung sowie der Ableitung von hochskalierten Austauschkoeffizienten für stärker physikalisch-basierte Beschreibungen des präferenziellen Flusses.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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