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Kollektive Mie-Resonanzen für aktive Elemente in der Silizium-Photonik

Fachliche Zuordnung Experimentelle Physik der kondensierten Materie
Optik, Quantenoptik und Physik der Atome, Moleküle und Plasmen
Förderung Förderung von 2020 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 429807842
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Für eine weitere Integration von Photonik und Elektronik ist die Entwicklung von nanoskaligen siliziumkompatiblen Lichtquellen und Nanolasern von großer Bedeutung. Um die Lichtemission von relativ ineffizienten Emittern wie z.B. SiGe-Quantenpunkten zu erhöhen, können diese in Nanoresonatoren eingebettet werden. Fällt die Emissionswellenlänge mit einer optischen Resonanz zusammen, kann es durch den Purcell-Effekt zu einer beschleunigten Emission kommen, wodurch die Wahrscheinlichkeit für die gewünschte strahlende Rekombination steigt. Um diesen Effekt zu maximieren, muss der Q-Faktor der Resonanz möglichst hoch und das Volumen des Resonators möglichst klein sein. Falls durch starke Anregung eine Besetzungsinversion im Emittermaterial erreicht wird, ist auch die Konstruktion eines Nanolasers möglich. In diesem Projekt werden dielektrische Mie-Resonatoren wie z.B. Silizium-Nanozylinder untersucht. Diese sind insbesondere für die Lumineszenzerhöhung von eingebetteten Emittern von Vorteil, da sich die Lichtmode im Inneren des Mie-Resonators konzentriert und dort einen guten räumlichen Überlapp mit den Emittern hat. Insbesondere werden Resonatorsysteme untersucht, die kollektive Mie-Resonanzen mit deutlich erhöhten Q-Faktoren aufweisen. Diese entstehen z.B. in einer periodischen Kette aus Siliziumzylindern. Eine kollektive Mie-Resonanz mit hohem Q-Faktor bildet sich z.B. dann, wenn es zu einer gegenphasigen Kombination der individuellen Dipolschwingungen der Einzelresonatoren kommt. Die Reduktion der Strahlungsverluste wird bei steigender Anzahl N der Resonatoren immer besser, so dass der Q-Faktor proportional zu N3 oder für spezifische Interferenzbedingungen mehrerer Moden sogar proportional zu N7 ansteigt. Da das Modenvolumen V nur linear mit N zunimmt, wird immer noch ein superlinearer Anstieg des Q/V-Verhältnisses erzielt, was wichtig für die Lumineszenzerhöhung und die Licht-Materie-Wechselwirkung im Allgemeinen ist. Eine weitere Möglichkeit den Q-Faktor in kollektiven Systemen zu erhöhen, besteht in der Konstruktion eines Bound state in Continuum (BIC) – einer Mode, die aufgrund ihrer Symmetrie nicht an die Umgebung abstrahlen kann. Dies ist z.B. in photonischen Kristallen für verschiedene Moden am Γ-Punkt der Fall. Im Rahmen des Projektes wurde die Kopplung der Emission von Si-Nanokristallen und Siliziumnitrid an solche Moden untersucht. Zeitaufgelöste Messungen der SiNx-Lumineszenz wiesen dabei auf eine beschleunigte Emission aufgrund des Purcell- Effekts für Moden nahe am Γ-Punkt hin. Besonders interessant ist auch die Ausformung von super-cavity-Moden oder quasi BICs in einem einzelnen Mie-Resonator durch die Kopplung von zwei Mie-Resonanzen derselben Frequenz. Die entstehende Hybridresonanz mit hohem Q-Faktor und kleinem Modenvolumen benötigt dabei keine umgebende unterstützende Struktur (wie z.B. einen photonischen Kristall) und repräsentiert damit einen idealen Nanoresonator.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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