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GRK 2636: Form-Meaning Mismatches
Fachliche Zuordnung
Sprachwissenschaften
Förderung
Förderung seit 2021
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Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 429844083
Das zentrale Ziel der zweiten Förderphase dieses Graduiertenkollegs besteht darin, der zweiten und dritten Kohorte von Doktorand*innen eine hervorragende Ausbildung in der linguistischen Forschung zu bieten, indem sie gemeinsam eine der drängendsten Fragen der Linguistik untersuchen, nämlich inwieweit morphosyntaktische Strukturen auf semantische/pragmatische Repräsentationen abgebildet werden und umgekehrt. Dieses Forschungsprogramm wird in einem Umfeld mit einer sehr starken, dynamisch und gut organisierten linguistischen Gemeinschaft durchgeführt und von einem Qualifizierungsprogramm geleitet, das individuelles Training durch mehrere Betreuer*innen mit einer breiten Palette von Kursen, Vorlesungen, Sommerschulen sowie mit Beiträgen und Angeboten internationaler Besucher*innen verbindet. Dies ermöglicht den Doktorand*innen, den Erwerb aller notwendigen linguistischen und anderer akademischen Voraussetzungen für Spitzenforschung und somit die Vorbereitung auf eine Laufbahn inner- oder außerhalb der akademischen Welt. In der Sprachtheorie wurde bisher auf der Grundlage von Freges der Kompositionalitätprinzip davon ausgegangen, dass sich die Bedeutung eines Satzes aus der Bedeutung seiner Teile und der Weise, wie diese Teile strukturiert sind, ergibt. Dies ist eine unidirektionale Zuordnung von Form zu Bedeutung. Ob es eine transparente, bidirektionale Zuordnung zwischen (morphosyntaktischer) Form und (pragma-semantischer) Bedeutung gibt, ist eine noch offene Frage, die in diesem Graduiertenkolleg behandelt wird. Auf den ersten Blick stellen viele Phänomene die Existenz einer solchen bidirektionalen Zuordnung bzw. der ursprünglich Frege zugeschriebenen unidirektionalen Zuordnung in Frage. Solche Herausforderungen bestehen entweder in morphosyntaktischen Elementen, die keinen pragma-semantischen Beitrag zu leisten scheinen, oder in Bedeutungsteilen, denen eine morphosyntaktische Realisierung fehlt. Die Frage, worin diese Zuordnung genau besteht, steht im Mittelpunkt der zeitgenössischen Sprachtheorie und erfordert die Realisierung einer Vielzahl tiefgehender Fallstudien, die potenzielle Herausforderungen für diese Zuordnung darstellen, sowie eine übergreifende Perspektive, die die verschiedenen Ergebnisse einzelner Forschungsprojekte integriert. Alle Doktorand*innen in der zweiten Phase dieses Graduiertenkollegs werden eine solche Fallstudie durchführen und gemeinsam mit den beteiligten Forscher*innen sowie anderen Mitgliedern des Graduiertenkollegs – darunter die z.Z. asssozierten Postdoktorand*innen und weitere Nachwuchswissenschaftler*innen – die Ergebnisse ihrer Studien in eine übergreifende theoretische Perspektive setzen, die dieses Graduiertenkolleg entwickeln möchte. Die Doktorand*innen im Graduiertenkolleg gewinnen somit wertvolle individuelle Forschungserfahrung in der Linguistik, indem sie an ihren eigenen Projekten arbeiten und gleichzeitig gemeinsam einen dringend benötigten Beitrag zum Kern der linguistischen Theorie leisten.
DFG-Verfahren
Graduiertenkollegs
Antragstellende Institution
Georg-August-Universität Göttingen
Sprecher
Professor Hedde Zeijlstra, Ph.D.
beteiligte Wissenschaftlerinnen / beteiligte Wissenschaftler
Professorin Dr. Lisa Beinborn; Professor Dr. Marco Coniglio; Professorin Dr. Anke Holler; Professor Dr. Uwe Junghanns; Professor Dr. Götz Keydana; Professorin Dr. Nivedita Mani; Dr. Nina-Kristin Meister; Professor Dr. Guido Mensching; Professor Dr. Stavros Skopeteas; Professor Dr. Markus Steinbach; Professor Dr. Clemens Steiner-Mayr; Dr. Thomas Weskott
