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Übertragungsfunktionsbasierte Modelle für Molekulare Kommunikationssysteme

Fachliche Zuordnung Elektronische Halbleiter, Bauelemente und Schaltungen, Integrierte Systeme, Sensorik, Theoretische Elektrotechnik
Förderung Förderung von 2019 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 430166206
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Molekulare Kommunikation (MC) ist ein aufstrebendes Forschungsgebiet an der Schnittstelle von Naturwissenschaft und Technik. MC ist eine natürliche Methode zur Kommunikation in biologischen Systemen, z. B. zwischen einem prä- und einem postsynaptischen Neuron im synaptischen Spalt oder zwischen Bakterien. Es ist zu erwarten, dass synthetische MC-Systeme die Kommunikation zwischen Nanomaschinen ermöglichen und damit den Weg bereiten für verschiedene innovative medizinische, landwirtschaftliche und industrielle Anwendungen, wie die gezielte Arzneimittelabgabe, Umweltüberwachung, und Qualitätskontrolle im Nanometer-bereich. Eine der faszinierendsten zukünftigen Anwendungen von MC ist das Internet der BioNanoDinge (IoBNT), indem es die effiziente Erkennung und Behandlung von Krankheiten im menschlichen Körper ermöglicht mithilfe eines „in-body“-Kommunikationsnetzwerks und einer externen Steuereinheit. In MC wird die Information in den Eigenschaften kleiner Partikel kodiert. Die Entwicklung der zugrundeliegenden Kommunikations- und Informationstheorie und von geeigneter Testbeds für die experimentelle Überprüfung steckt noch in den Kinderschuhen. Um dies zu ermöglichen, sind leistungsfähige und flexible analytische Modelle und schnelle Simulationsmethoden für die räumlich-zeitliche Verteilung der informationstragenden Partikel von größter Bedeutung. Einerseits werden solche Modelle und Methoden für das kommunikations- und informationstheoretische Design und die Analyse von MC-Systemen benötigt, andererseits sind sie notwendig, um die Entwicklung von (oft sehr teuren) Experimenten zu unterstützen. Leider sind die bestehenden analytischen Modelle für MC-Systeme auf sehr einfache MC-Kanäle beschränkt und beruhen oft auf unrealistischen vereinfachenden Annahmen. Existierende Simulationsmethoden sind entweder genau, aber langsam oder schnell, aber nicht aufschlussreich und geben nur wenig Aufschluss über die verschiedenen MC-Kanalparameter. Daher zielte dieses Projekt darauf ab, leistungsfähige und flexible analytische Modelle für die räumlich-zeitliche Verteilung der informationstragenden Partikel in MC-Systemen zu entwickeln. Im Rahmen des Projekts konnten wir ein Framework für die analytische Modellierung von MC-Systemen auf Basis von Übertragungsfunktionen entwickeln. Wir konnten den Ansatz anwenden, um realistischere und effizientere analytische Modelle für eine Vielzahl relevanter Komponenten von MC-Systemen zu entwickeln, für die es bisher nur approximative, numerische oder gar keine Modelle gab. Aufgrund des anwendungsorientierten Forschungsansatzes und der Veröffentlichung der entwickelten Modelle und Konzepte wird der entwickelte Modellierungsansatz auch von anderen Forschungsgruppen und in Folgeprojekten weiterverwendet. Insgesamt wurden die Ergebnisse des Projekts in 7 Zeitschriften, 7 Konferenzbeiträgen und 1 Buchveröffentlichung zusammengefasst.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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