Die Wirkung und Gestaltung von Anreizen in dynamischen, nicht wiederholten Prinzipal-Agenten Modellen
Zusammenfassung der Projektergebnisse
In der von der DFG geförderten Forschung wird untersucht, wie Anreize in einem dynamischen Prinzipal-Agenten Modell wirken und optimal gestaltet werden können. Neu ist dabei die Betrachtung von ökonomischer Interaktion, welche als nicht wiederholtes Spiel modelliert ist, da sich die Payoffs der interagierenden Parteien im Zeitverlauf ändern. Hierfür wurde zunächst ein geeigneter Modellrahmen entwickelt, welcher diese dynamische, nicht wiederholte Prinzipal-Agenten Beziehung in einem Projektspiel abbildet. Anschließend wurde in diesem Model analysiert unter welchen Umständen, stärkere finanzielle Anreize eine negative Auswirkung auf die Anstrengungen der Agenten entfalten können und Projekterfolg weniger wahrscheinlich machen. Ferner wurde gezeigt, dass ein Projekt mit stärkeren Anreizen nicht zwangsläufig attraktiver für die Agenten ist. Durch die Betrachtung eines Prinzipals, der intertemporale Anreize optimal gestaltet, wurde darüber hinaus gezeigt, dass ein lukrativeres Projekt zu einer Gestaltung von Anreizen führen kann, die beide Vertragsparteien schlechter stellt und Projekterfolg weniger wahrscheinlich macht. Dabei treten diese interessanten Effekte mit verschiedenen Anreizmechanismen auftreten: Sowohl mit kurzfristigen „Spot Contracts“ als auch mit langfristigen „Long-Term Contracts“ (gegeben, dass der Prinzipal Nachverhandlungen zukünftiger Anreizzahlungen nicht ausschließen kann). In beiden Fällen kann der Prinzipal negative intertemporal Konsequenzen von höheren Anreizen auf die Anstrengung der Agenten in anderen Perioden nicht geeignet bei der Vertragsgestaltung berücksichtigen. Insgesamt liefert die Analyse also zahlreiche neue und relevante Erkenntnisse, welche aus theoretischer und aus praktischer Sicht relevant sind. Das Modell kann beispielsweise eine vertragstheoretische Erklärung liefern, warum es trotz starken Anreizen bei der Umsetzung von Maßnahmen oder Projekten häufig zu Verzögerungen und es zu unnötigen Misserfolgen kommt.
