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Vulnerabilität von Kohlenstoff in Cryosols - Substrat-Mikroorganismen-Aggregat Interaktionen

Fachliche Zuordnung Bodenwissenschaften
Förderung Förderung von 2019 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 431968700
 
Erstellungsjahr 2025

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Das bilaterale Projekt CryoVulcan beschäftigte sich mit den Folgen des auftauenden Permafrostes und dessen Auswirkungen auf Stabilität und mikrobiellen Umsatz der organischen Bodensubstanz (OBS) bei unterschiedlichen bodenhydrologischen Bedingungen. Ganzjähriges Monitoring des Redoxpotentials im Boden wurde begleitet von physiko-chemischen Analysen, Stabilisotopenexperimente, sowie mikrobiologischen Analysen auf DNA-, RNA-, und Metatranskriptom-Ebene. Der Vorrat an organischem Kohlenstoff (OC) war in Bodenprofilen der degradierten Standorte 60-75% niedriger, unabhängig vom Vernässungsgrad der Böden. Prozesse wie anaerobe Hemmung des mikrobiellen Abbaus oder Bildung hoch reaktiver pedogener Mineralphasen und ausgeprägte Aggregierung scheinen nur einen geringen Teil der ehemals im Permafrost gespeicherten OBS langfristig zu stabilisieren. Verluste an OC wurden v.a. in den Unterböden nachgewiesen, während Oberböden offenbar aufgrund vermehrten Eintrags von Pflanzenstreu keine nennenswerten Verluste aufwiesen. Die hydromorphen Unterböden zeigten höhere Redoxpotenziale als angenommen und waren wie die trockeneren Unterböden gut durchwurzelt. Laborexperimente belegten einen beschleunigten Abbau komplexer organischer Verbindungen durch Wurzelexsudate, wobei in den degradierten Standorten unabhängig vom hydrologischen Regime von höherer Wurzelexsudation auszugehen ist. In-situ Inkubationsexperimente mit 13C-markierter Streu im Boden weisen darüber hinaus auf eine hohe Verlagerbarkeit organischer Substanz. Insgesamt zeigen die Ergebnisse des Cryo-Vulcan Projektes, dass in degradierenden Permafrostböden die Wirkung alternativer Stabilisierungsmechanismen begrenzt ist und OBS mobilisiert wird, v.a. über Mineralisation, teils aber auch über Verlagerung in gelöster Form. Weitere Forschung sollte Translokation und Transformation von OBS in ganzen degradierenden Permafrost-Bodenlandschaften, insbesondere an der Grenzfläche zur Hydrosphäre, näher beleuchten.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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