Detailseite
GRK 2660: Neuronale Mechanismen von (mal)adaptivem Annäherungs-Vermeidungsverhalten
Fachliche Zuordnung
Neurowissenschaften
Psychologie
Psychologie
Förderung
Förderung seit 2021
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 433490190
Annäherung und Vermeidung (AV) repräsentieren die grundlegendsten motivationalen Verhaltensweisen, die es Organismen ermöglichen, belohnende Reize aufzusuchen und potenzielle Gefahren zu vermeiden. Sie sind evolutionär tief verankert, über Artgrenzen hinweg konserviert und bilden zentrale Komponenten adaptiven Verhaltens. Eine Dysregulation dieser Verhaltensweisen ist mit einer Vielzahl neurologischer und psychischer Erkrankungen verbunden. Aufbauend auf der erfolgreichen translationalen Charakterisierung von AV in der ersten Förderperiode zielt das Graduiertenkolleg (GRK) in der zweiten Förderphase darauf ab, ein vertieftes Verständnis der Modulation, Plastizität und gezielten Beeinflussbarkeit dieser Prozesse zu erlangen. Dazu bringt das GRK Wissenschaftler*innen und Wissenschaftler aus Psychologie, Psychiatrie und Neurobiologie zusammen, welche die Modulation und Plastizität von AV auf verschiedenen deskriptiven und analytischen Ebenen untersuchen. Das Forschungsprogramm ist in drei Projektbereiche gegliedert: (A) die Neuromodulation von AV-Verhalten unter physiologischen Bedingungen und deren potenzielle Beeinflussung bei pathologischen Zuständen, (B) neuronale Plastizitätsmechanismen aus psychologisch-behaviouraler und klinischer Perspektive sowie (C) die Rolle sozialer Kontextfaktoren auf AV-Verhalten und zugrundeliegende neuronale Schaltkreise. Ein zentrales Anliegen ist die translationale Perspektive – sowohl zwischen Grundlagen- und angewandter Forschung als auch über Speziesgrenzen hinweg (Maus-Mensch). Das GRK baut auf bewährten Strukturen auf, die eine enge Verzahnung von exzellenter wissenschaftlicher Betreuung, innovativer Forschung und interdisziplinärer Zusammenarbeit gewährleisten. Es kombiniert die Expertise etablierter Forschender mit der Dynamik vielversprechender Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler. Das strukturierte Qualifikationsprogramm adressiert den wachsenden Bedarf an Forschenden, die disziplinübergreifend denken, vielfältige methodische Ansätze kennen und kritisch bewerten können sowie über Schlüsselkompetenzen für die Arbeit in multidisziplinären Teams verfügen. Neben fachlicher Exzellenz stehen daher auch methodische Breite und überfachliche Qualifikationen im Fokus. Ziel ist es, Promovierende zu befähigen, grundlegende molekulare, zelluläre und neuronale Netzwerk-Mechanismen auf die Humanforschung und klinische Anwendungen zu übertragen und sie so gezielt auf Karrierewege in Wissenschaft und außerakademischen Berufsfeldern vorzubereiten.
DFG-Verfahren
Graduiertenkollegs
Antragstellende Institution
Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Sprecher
Professor Dr. Matthias Gamer
beteiligte Wissenschaftlerinnen / beteiligte Wissenschaftler
Professorin Dr. Katja Bertsch, Ph.D.; Professor Dr. Robert Blum; Professor Dr. Lorenz Deserno; Professorin Dr. Mona Garvert; Professorin Dr. Grit Hein; Professorin Dr. Andrea Kübler; Dr. Stephanie Lefebvre; Professorin Dr. Andrea Reiter; Professor Dr. Philip Tovote; Professorin Dr. Carmen Villmann; Professor Dr. Sebastian Walther; Dr. Maximillian Jonas Wessel
