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Ippesheim, Kr. NEA – Auswertung und Publikation einer mittelneolithischen Kreisgrabenanlage in Mainfranken

Fachliche Zuordnung Ur- und Frühgeschichte (weltweit)
Förderung Förderung von 2019 bis 2023
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 433720252
 
Die Kreisgrabenanlage von Ippesheim, Kr. Neustadt/Aisch-Bad Windsheim wurde vom Antragsteller 1998-2004 als studentische Lehrgrabung in vier Grabungskampagnen und mit minimalem Budget in repräsentativen Ausschnitten untersucht. Die spektakulären Ergebnisse, wie die Ausrichtung zweier Tore auf Sonnenaufgangspunkte zu den Solstitien über markanten Bergen des Steigerwaldrands und die einzigartige Senkrechtbestattung in einer schachtartigen Grube, wurden in etlichen wissenschaftlichen und populären Publikationen vorgestellt, die wissenschaftliche Gesamtpublikation von Funden und Befunden steht indes noch aus. Im Zuge des abgeschlossenen DFG-Projekts "Gebautes Wissen", das den Kreisgrabenanlagen von Hopferstadt, Kr. WÜ und Quedlinburg I, Kr. HZ galt, wurden zahlreiche neue Erkenntnisse zur Konzeption, Bauumsetzung, Nutzungsdauer und (offenbar intentionellen, teilweise ritualisierten) Verfüllung der Anlagen gewonnen. Im Lichte dieser neuen Erkenntnisse sollen nun auch die Bau- und Verfüllungsprozesse der Ippesheimer Anlage stratigraphisch-taphonomisch analysiert und mittels Bayes’scher Modelle hochauflösend datiert werden. Der Vergleich mit den bereits ausgewerteten Anlagen, insbesondere der 10 km entfernten Kreisgrabenanlage von Hopferstadt, die als Nachfolgebau diskutiert wird, lässt für Ippesheim, aber auch generell für das Verständnis des Phänomens Kreisgrabenanlagen neue Einsichten erwarten.Der im Zentrum der Anlage in einer Schachtgrube angetroffene, kopfunter bestattete weibliche Torso soll in diesem Kontext bioarchäologisch beprobt (aDNA, stabile Isotopen, 14C-Datierung) und anthropologisch detailliert beschrieben und interpretiert werden. Die erosionsbedingt nur teilweise erhaltene Bestattung legt nicht nur einen symbolischen Zusammenhang mit der Kreisgrabenanlage (möglicherweise ihrer Aufgabe) nahe, sondern stellt darüber hinaus einen der wenigen menschlichen Skelettfunde des frühen 5. Jts. in Nordbayern dar.
DFG-Verfahren Sachbeihilfen
 
 

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