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Zusammenspiel von Fretting-Verschleiß, Fretting-Ermüdung und Reibungsdämpfung im Kontakt von Stahl auf Stahl: Einfluss der Kontaktform und Belastungsart

Fachliche Zuordnung Mechanik
Förderung Förderung von 2019 bis 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 434193846
 
Erstellungsjahr 2025

Zusammenfassung der Projektergebnisse

In diesem Projekt untersuchten wir die Triade „Verschleiß-Ermüdung-Dämpfung“ für den Fretting-Kontakt von Stahl auf Stahl. Dabei sollte geklärt werden, ob sich durch gezielte Gestaltung der (makroskopischen) Profile der Kontaktpartner oder des Lastprotokolls die Beziehungen zwischen Dissipation und Schädigung kontaktmechanisch konstruktiv steuern lassen. Zunächst wurde ein bereits existierender Versuchsstand zur Relaxationsdämpfung für die Zwecke des vorliegenden Projekts umgebaut und die Fretting-Regime anhand der Form der Hysterese-Kurven zwischen relativer tangentialer Verschiebung im Kontakt und der Reibkraft identifiziert. Anschließend wurden mehrere Langzeit-Fretting-Experimente durchgeführt; der Fokus lag dabei auf der Evaluation der Veränderung der Oberflächentopografie durch die Belastung. Dabei konnte eine der wichtigsten Ausgangshypothesen des Projekts bestätigt werden: Durch die Wahl der Profilgeometrie lässt sich insbesondere das Verschleißverhalten der Kontaktkörper gut steuern; Profile mit flacher Stirnfläche (gerade abgeschliffen oder auch an der Kante gerundet) weisen eine deutlich geringere Änderung der Oberflächentopografie im Zuge der Fretting-Belastung (im Gleitregime) auf als gekrümmte. In diesem Zusammenhang legen entsprechende numerische Rechnungen nahe, dass das Risiko der Rissbildung (im gemischten Regime) und damit der Ermüdung bei flachen Profilen nur gering gegenüber dem für glatt gekrümmte Körper erhöht ist. Die makroskopischen experimentellen Daten (Kräfte sowie globale Verschiebungen, und damit auch die dissipierte Energie) stimmen gut mit den entsprechenden numerischen Vorhersagen überein. Für die experimentell festgestellten Änderungen der Oberflächentopografie im Rahmen der langfristigen Fretting-Oszillation konnten allerdings keine adäquaten numerischen Modelle entwickelt werden. Das Ermüdungs- und Dissipationsverhalten des Kontakts hängt bei bimodaler Belastung auf sehr komplizierte (und untereinander unkorrelierte) Art von den Parametern der Oszillation (Frequenz- und Amplitudenverhältnisse, Phasenwinkel o.ä.) ab; es sollte daher möglich sein, durch gezielte Wahl dieser Größen verschiedene Regime, unabhängig von den klassischen „Fretting-Regimen“ (charakterisiert durch die Form der Hysterese-Kurve, s.o.) kontrolliert einzustellen.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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