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Licht-abhängige Koordination von Entwicklung und Sekundärmetabolismus im Schimmelpilz Aspergillus nidulans

Fachliche Zuordnung Stoffwechselphysiologie, Biochemie und Genetik der Mikroorganismen
Förderung Förderung von 2020 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 434377338
 
Erstellungsjahr 2025

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Die Entwicklung von Pilzen wird durch externe Signale kontrolliert. Licht fördert im Giesskannenschimmel Aspergillus nidulans die Bildung asexueller Sporen, die durch die Luft verbreitet werden. Im Dunkeln und in Gegenwart von einem niedrigen Verhältnis von O2/CO2 wird die sexuelle Entwicklung von geschlossenen Fruchtkörpern mit sexuellen Ascosporen im Boden gefördert. Asexuelle und sexuelle Entwicklung sind an einen unterschiedlichen Sekundärmetabolismus gekoppelt. Die Gegenwart anderer Organismen in der Umgebung hat ebenfalls Einfluss auf den pilzlichen Sekundärmetabolismus. Aspergillus nidulans produziert einen eigenen Zelltyp (Hülle-Zellen) zur Förderung der Entwicklung, der den sexuellen Fruchtkörper bedeckt, ernährt und auch gegen andere Organismen in der Umgebung schützt. Velvet-Domänen-Proteine sind Regulatoren dieser Koordination zwischen pilzlicher Entwicklung und Sekundärmetabolismus. Die Velvet-Domäne enthält eine Dimerisierungs- und eine DNA-Bindedomäne. Es können sowohl Homo- als auch Heterodimere der verschiedenen Velvet-Proteine für unterschiedliche regulatorische Aufgaben gebildet werden. In der vegangenen Förderperiode konnten wir zeigen, dass Hülle-Zellen als Reservoir für verschiedene Zellkerne dienen. Sie besitzen ein eigenes Entwicklungspotential, das an pilzliche Stammzellen erinnert: aus einer Hülle-Zelle kann ein asexueller Sporenträger, aber auch eine neue Pilz-Kolonie entstehen. Verschiedene Sekundärmetabolite von Hülle-Zellen konnten identifiziert werden, die z.B. gegen pilzfressende Organismen wirken oder durch die Gegenwart von Bodenbakterien induziert werden. Pilzliche Entwicklung und schnelle Reaktionen gegen unterschiedliche Stress- Bedingungen werden durch F-Box-Rezeptoren kontrolliert. F-box-Proteine sind Rezeptoren für die E3 SCF Ubiquitin-Ligase, die Proteine für den Abbau im 26S Proteasom markiert. Der Austausch von F-Faktoren benötigt das COP9-Signalosom. In der letzten Förderperiode konnten wir zeigen, dass sich das COP9 (8 Untereinheiten) in der Zelle aus zwei Trimeren mit einem Bindungsfaktor zusammensetzt, und dann im Kern die Untereinheit für die Enyzmaktivität (Deneddylase) eingebaut wird, die den Austausch von F-Faktoren einleitet. Stress-Bedingungen und pilzliche Entwicklung werden über die Wechselwirkung zwischen den Aspergillus nidulans Transkriptionsfaktoren MsnA und VelB koordiniert. Beim opportunistisch humanpathogenen Aspergillus fumigatus sorgen Zink-Cluster-Transkriptionsfaktoren wie OdrA/Mdu2 für eine kombinierte Anwort gegen oxidativen Stress und auch gegen zahlreiche Antimykotika.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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