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Einfluss von Oberflächentopographie und -chemie auf das Benetzungsverhalten laserstrukturierter, metallischer Oberflächen

Fachliche Zuordnung Beschichtungs- und Oberflächentechnik
Förderung Förderung von 2020 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 435334669
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Die Benetzbarkeit technischer Oberflächen erfährt gerade in jüngster Zeit ein zunehmendes Interesse. Grund ist ihre Bedeutung bei einer Vielzahl technisch relevanter Prozesse. Benetzung beeinflusst das Korrosionsverhalten, die Verbindung von Oberflächen zu anderen Materialien wie Klebern, Farben oder Metallen. In Abhängigkeit von ihr ergeben sich antibakterielle Eigenschaften oder die forcierte Adhäsion von Zellen. Auch tribologische Eigenschaften werden durch sie verändert. Die Benetzbarkeit selbst wird dagegen durch Faktoren, wie Oberflächentopographie und Chemie beeinflusst. So entscheidet die Rauheit einer Probe häufig zwischen Übergängen von vollständiger Benetzung aller Strukturen (Wenzel-Typ) über eine Vielzahl von Mischzuständen, bis zur Benetzung nur der Rauheitsspitzen, und Lufteinschlüssen in den Rauheitstälern (Cassie-Baxter-Typ). Aber auch die Chemie einer Oberfläche übt starken Einfluss auf das Benetzungsverhalten aus. So führt eine polare Oberflächenterminierung zu hydrophilem Benetzungsverhalten, eine unpolare Oberfläche dagegen zu hydrophobem Verhalten. Ein Ziel des Projektes war es, neue Einblicke über die Einflüsse von Topographie und Chemie auf das Benetzungsverhalten zu gewinnen, um letztendlich auch das Benetzungsverhalten beeinflussen zu können. Kupfer wurde als Modellmaterial ausgewählt, da es eine Vielzahl möglicher Anwendung in verschiedensten technischen Bereichen findet (Wärmetransfer, antimikrobielle Oberflächen, Korrosionsschutz, elektrische Leiter oder Steckverbinder). Grundlage für jede Oberflächenmodifikation ist die metallographische Präparation, weshalb zunächst eine geeignete Präparationsroutine für Kupfer inklusive Reinigungsprotokoll entwickelt wurde. Die Charakterisierung des Benetzungsverhaltens erfolgte mittels statischer Kontaktwinkelmessungen (SCA), einer etablierten, weit verbreiteten Methode zur Benetzungsanalyse. Trotzdem wurde zunächst eine detaillierte Studie über präparations- und messbedingte Störeinflüsse auf die SCA Methode durchgeführt, um die Methode weiter zu optimieren, neue Standards für die Benetzungsanalyse innerhalb des Projekts zu definieren und der wissenschaftlichen Fachcommunity vorzuschlagen, welche Reproduzierbarkeit und Aussagekraft der SCA Methode entscheidend verbessern können. Hierbei wurde auch der Aspekt von Probenverpackung und -lagerung beleuchtet. Es zeigte sich ein entscheidender Einfluss auf das Benetzungsverhalten durch die lagerungsbedingte Adsorption flüchtiger Kohlenwasserstoffe, deren Adsorbatfilme im Detail durch XPS und TOF-SIMS analysiert wurden. Bevor definiert oxidierte und mittels direkter Laserinterferenzstrukturierung (DLIP) komplexe, hierarchisch strukturierte Oberflächen erzeugt und analysiert wurden, wurden zunächst grundlegende Zusammenhänge zwischen Benetzungsverhalten und intrinsischen Materialeigenschaften, wie Korngröße und Deformation untersucht, die sich vor allem auf das Benetzungsverhalten frisch präparierter Proben auswirkten. In einer finalen Studie wurden die so erworbenen Erfahrungen und Resultate genutzt, um eine komplexe Multiskalenstudie zum Benetzungsverhalten von Kupfer durchzuführen. Der Einfluss von Alterung, Oxidationszustand, isotropen sowie anisotropen Topographien durch DLIP wurde experimentell analysiert, wodurch umfassende Einblicke in die Benetzungsdynamik von Wasser auf Kupfer gewonnen werden konnten.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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