Methodological-methodical approaches to children's drawings in qualitative social science research
Final Report Abstract
Ursprüngliche Intention des wissenschaftlichen Netzwerks war die Zusammenschau und Konturierung verschiedener methodisch-methodologischer Perspektiveinnahmen auf das Datenmaterial Kinderzeichnungen (u.a. Dokumentarische Methode, Segmentanalyse, Objektive Hermeneutik, Visuelle Grounded Theory) sowie übergeordnete Fragen nach Erkenntnispotenzialen und Grenzen qualitativer Zugänge zu Kinderzeichnungen, um diese als eigenständiges Datenmaterial in Forschungsprozessen zu konturieren. Hierzu wurden unterschiedliche Zugänge im Hinblick auf erkenntnistheoretische Perspektiven, (methodologisch-)methodische Grundlagen der empirischen Perspektive auf Kinderzeichnungen, empirische Beispiele für eine entsprechende Forschungsperspektive sowie Potenziale und Grenzen der Zugänge diskutiert. Im Verlauf der Netzwerktreffen wurde deutlich, dass die Annäherung an den Gegenstand Kinderzeichnungen nicht allein über unterschiedliche Analyseverfahren und deren methodologische Verortungen erfolgen kann. Vielmehr ist eine theoretische und konzeptionelle Vorabbestimmung des Gegenstandes Kinderzeichnung notwendig, um die Relevanz einer theoretischen Verortung in Studien deutlicher als bisher zu entfalten. Der ursprünglich prominent in den Fokus gesetzte Methodenvergleich reihte sich daher in die Diskurse zur Klärung des Gegenstands und damit verbundenen methodologischen Fragen ein und wurde um folgende Diskussionsinhalte erweitert: • Unterschiedliche Gegenstandskonstitution(en) und theoretische Zugänge • Verknüpfung des historischen und aktuellen Stellenwerts von Kinderzeichnungen • Produkt- oder Prozessperspektiven im Kontext von Kinderzeichnungen • Fragen zum Eigenwert von Kinderzeichnungen in qualitativen Studien • Kriterien einer "guten" Forschung mit Kinderzeichnungen • Materialitäten und Entstehungskontexte von Kinderzeichnungen in Forschungsstudien • Diskussionen zu Bildtheorien und Bilddimensionen. Zur Annäherung und Klärung der genannten Aspekte bedarf es zunächst einer Offenlegung eigener Verortungen als Forscher*in, denn eine empirische Bezugnahme auf Kinderzeichnungen unterscheidet sich nicht nur hinsichtlich verschiedener methodischer Analysevorgehen, sondern insbesondere in Bezug auf das spezifische Gegenstandsverständnis und den Stellenwert der Kinderzeichnungen innerhalb des jeweiligen Forschungsvorhabens. Im Netzwerk wurden Kinderzeichnungen daher in ihrer Spezifik als subjektorientierter Zugang zu kindlichen Perspektiven, hinsichtlich ihrer dimensionalen Vielschichtigkeit, in Bezug auf die Differenz zwischen Prozess- und Produktperspektive sowie im Hinblick auf unterschiedliche empirische Zugänge thematisiert und daran anknüpfend Reflexionsanregungen für Forscher*innen rekonstruiert.
Publications
-
Kinderzeichnungen im Fokus. Methodologisch-Methodische Perspektiven auf Kindheit(en). Springer Fachmedien Wiesbaden.
Kubandt, Melanie; Piberger, Jirko & Hüpping, Birgit
