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Skulpturmaschinen. Wettstreit der Reproduktionstechniken 1770–1870

Antragstellerin Dr. Buket Altinoba
Fachliche Zuordnung Kunstgeschichte
Förderung Förderung von 2019 bis 2023
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 436256896
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts markierte die Zusammenarbeit von Künstlern und Ingenieuren einen wichtigen Schritt in der Kunstproduktion: die Entwicklung der Skulpturmaschine. Die zuerst in Großbritannien und Frankreich entwickelten Skulpturmaschinen waren in der Lage, präzise mechanische Kopien von Gipsabgüssen und Originalbildwerken herzustellen. Die vorliegende Studie untersucht den Zeitpunkt, die Bedingungen und die Ursachen der Entstehung dieser Maschinen sowie ihren Einfluss auf die Reproduktion von Skulpturen und die sich wandelnde Auffassung von Original und Kopie. Indem die Studie die konkreten Erscheinungsformen und Funktionsweisen frühindustrieller Maschinen in der Kunstproduktion beleuchtet, wird - im Sinne einer wörtlich und umfassend verstandenen Mediengeschichte - ihr besonderes bildtheoretisches und medienreflexives Potenzial sichtbar gemacht. Dieser diskursive Zugang war bislang der Fotografie als Medium der Reproduktion vorbehalten. Ähnlich wie die Fotografie wird die Skulpturmaschine als ein technisches und ästhetisches Modell betrachtet, das in der Kunstproduktion des 19. Jahrhunderts eine wichtige Rolle spielte. Die vorliegende Studie erweitert die bisherige Forschung, indem sie die Skulpturmaschine als integralen Bestandteil der Kunst und Theorie des 19. Jahrhunderts untersucht und aktuelle Bild- und Objekttheorien berücksichtigt. Es wird argumentiert, dass maschinell hergestellte Formen in Konkurrenz zur freihändigen künstlerischen Gestaltung und zur Fotografie traten. Die Studie rekonstruiert diese Auseinandersetzung mit maschinellen Prozessen im Übergang zur Moderne und bietet ein vertieftes Verständnis der historischen Vorläufer moderner und aktueller technisch-künstlerischer Verfahren, um ihre Bedeutung für die Entwicklung des CNC-Fräsens, des 3D-Scannens und -Druckens sowie für das Skulpturale im digitalen Zeitalter hervorzuheben. Dabei werden die vielfältigen sozioökonomischen, ökologischen, geschlechtsspezifischen und philosophischen Implikationen der Verwendung von Werkzeugen, mechanischen Prozessen und Maschinen in der Kunst hervorgehoben. Während die Skulpturmaschine als Vorläufer heutiger Technologien betrachtet wird, beleuchtet die Studie die Wirkung der von ihr reproduzierten Bildwerke wie Miniaturbüsten oder Klein- und Monumentalskulpturen und damit ihren Einfluss auf die Kanonbildung. Diese Analyse bietet neue Einblicke in die Wechselwirkungen zwischen Kunst, Technik und Gesellschaft im 19. Jahrhundert und darüber hinaus.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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