Detailseite
Projekt Druckansicht

Visuelle Funktionen des Superior Colliculus beim Primaten

Antragsteller Professor Ziad Hafed, Ph.D., seit 1/2021
Fachliche Zuordnung Kognitive, systemische und Verhaltensneurobiologie
Förderung Förderung von 2019 bis 2023
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 436339786
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Das foveale Sehen ermöglicht es uns, komplexe Objekte zu erkennen, aber die erfolgreiche Ausrichtung der Fovea auf das betreffende Objekt ist ebenso wichtig. Untersuchungen zur Objekterkennung haben sich überwiegend auf das foveale Sehen konzentriert und dabei die Mechanismen hinter der peripheren Objekterkennung ignoriert, die die foveale Orientierung erleichtern. In diesem Projekt füllten wir diese wichtige Lücke durch neuartige Untersuchungen einer evolutionär konservierten Hirnstruktur, dem Superior Colliculus (SC) des Mittelhirns, der gleichzeitig sowohl zur peripheren Objekterkennung als auch zur Orientierung der Fovea für die detaillierte Objektverarbeitung beitragen kann. Bei Primaten ist unser Verständnis der visuellen Funktionen des SC trotz vielfältiger Inputs sowohl von der Retina als auch vom visuellen Kortex nach wie vor gering. Wir stellten die Hypothese auf, dass der SC die Erkennung peripherer Objekte durch visuelle Selektionsmechanismen erleichtert und damit die Dichotomie zwischen visueller Objekterkennung in der Fovea einerseits und visueller Orientierung an peripheren Objekten andererseits überbrückt. Wir haben die visuellen Funktionen des SC charakterisiert, insbesondere im Kontext der visuellen Objektverarbeitung, und wir haben die unterschätzte Rolle hervorgehoben, die diese Struktur bei der Objekterkennung spielen kann. Wir untersuchten insbesondere die globale formbezogene Objekterkennung sowie die Bedeutung der niedrigen Spatialenfrequenzsensitivität für visuelle Formen. Vor allem aber testeten wir, inwieweit die visuellen Repräsentationen des SC denen im primären visuellen Kortex ähneln, der das Haupteingangstor für die nachfolgende visuelle Verarbeitung in den kortikalen ventralen und dorsalen Arealen darstellt. Wir verwendeten Techniken zur Aufzeichnung und Manipulation von Neuronenpopulationen bei nicht-menschlichen Primaten (Rhesusaffen) und charakterisierten die Augenbewegungseigenschaften sowie die Art und Weise, wie sie die kortikalen oder kollikulären visuellen Verarbeitungsrepräsentationen widerspiegeln könnten. Schließlich haben wir den primären visuellen Kortex inaktiviert und entdecken faszinierende Eigenschaften der visuell-motorischen Bahnen, die ihn umgehen. Unsere Experimente haben gezeigt, dass neuronale Berechnungen für das Sehen außerhalb des visuellen Kortex durchgeführt werden, was einen großen Einfluss auf unser Verständnis der visuellen Verarbeitungswege bei Primaten hat.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

Zusatzinformationen

Textvergrößerung und Kontrastanpassung