Kreditzyklen und Finanzstabilität: Von Makro- zu Mikroevidenz"
Wirtschaftspolitik, Angewandte Volkswirtschaftslehre
Zusammenfassung der Projektergebnisse
In diesem Projekt wurde ein neu zusammengestellter Datensatz von Jahresbilanzen von mehr als 11.000 Geschäftsbanken in 17 fortgeschrittenen Volkswirtschaften seit 1870 untersucht. Die neuen Daten ermöglichten es uns, die Struktur des Bankensektors und die Dynamik auf Bankenebene vor, während und nach Bankenkrisen zu untersuchen. Wir zeigen, dass die größten Banken eines Landes (d.h. die Top-5 nach Vermögenswerten) in der Regel in Krisen Marktanteile gewinnen, da kleine Banken häufiger zusammenbrechen oder von größeren Banken übernommen werden, wodurch die größten Banken nach Krisen noch dominanter werden. Dies geschieht trotz der Tatsache, dass die größten Banken vor Krisen tendenziell mehr Risiken eingehen, in Krisen größere Eigenkapitalverluste erleiden und ihre Kreditvergabe stärker einschränken. Stattdessen ist das Überleben und die Expansion der größten Banken in Krisen sowohl mit wesentlich höheren Raten staatlicher Rettungsmaßnahmen als auch mit der Tatsache zu erklären, dass ihre Einlagen im Vergleich zu kleineren Banken weniger empfindlich auf finanziell Verluste reagieren. Wir finden keine Belege dafür, dass von Großbanken dominierte Systeme eine geringere Krisenhäufigkeit aufweisen; vielmehr haben von Großbanken dominierte Systeme unter der Bedingung von Krisen schwerwiegendere wirtschaftliche Ergebnisse zu verzeichnen. Die wichtigsten Ergebnisse stehen im Einklang mit Theorien über die übermäßige Risikobereitschaft von "too-big-to-fail"-Instituten.
Projektbezogene Publikationen (Auswahl)
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Survival of the Biggest: Large Banks and Crises since 1870. SSRN Electronic Journal.
Baron, Matthew; Schularick, Moritz & Zimmermann, Kaspar
