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Von Windhuk bis Tsingtau und Samoa. Deutsche Kolonialarchitektur: von einem globalen Bauprojekt um 1900 zu einem transkulturellen Erbe heute?

Fachliche Zuordnung Kunstgeschichte
Architektur, Bau- und Konstruktionsgeschichte, Bauforschung, Ressourcenökonomie im Bauwesen
Förderung Förderung von 2019 bis 2025
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 438099012
 
Erstellungsjahr 2025

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Ab 1884 stieg das Deutsche Reich zur viertgrößten Kolonialmacht auf. Spezifikum des Deutschen Kolonialismus war hierbei, dass er mit Kolonien in Afrika (Deutsch Ost- bzw. Südwestafrika, Kamerun, Togo), Ostasien/China (Tsingtau-Kiautschou) bis Ozeanien (v.a. Deutsch-Neuguinea, Samoa) geopolitisch ein globales Projekt war und, trotz kurzer Prägungsdauer von nur ca. 30 Jahren (1884-1914), eine enorme Architekturproduktion freisetzte, deren bauliche Hinterlassenschaften heute oftmals noch sichtbar sind. Als Ausgangslage des Projekts lag der Befund vor, dass bis dato keine architekturgeschichtlichen Studien vorlagen, die deutsch-koloniale Architektur erstens aus historischer Sicht in ihrer strukturellen Globalgesamtheit, und zweitens aus heutiger Sicht über drei Kontinente hinweg und in Rückbindung an Deutschland als baukulturelles Erbe erfasst hatten. Genau auf diese beiden Desiderata reagierte das Forschungsdesign des Projekts. Eine der größten Herausforderungen des Projekts war, dass dessen Startdatum mit dem Ausbruch der Covid-Pandemie zusammenfiel. Aufgrund der weltweiten Reisebeschränkungen und nationalen Lockdowns (2020-2022) standen Grundlagenforschungen zu kolonialzeitlichen Primärpublikationen, eine Tagung im hybriden ZOOM-Format und grundkonzeptionelle Publikationen im Vordergrund. Die post-Covid-Periode (2023-24) ermöglichte wieder fachöffentliche Formate und Reisetätigkeiten. Dazu wurde am Zentralinstitut für Kunstgeschichte München die Ausstellung "Deutsch-koloniale Baukulturen. Eine globale Architekturgeschichte in 100 Primärquellen" kuratiert (20.4.-30.6.2023) und mit der Katalog-Publikation erstmals kolonialzeitliche Printmedien mit explizitem Architekturbezug präsentiert. Höhepunkt der internationalen Vernetzung mit Expert:innen der Architekturgeschichte- und Kulturerbe-Forschung und mit Protagonist:innen aus der Zivilgesellschaft über die vier Kontinente hinweg war die Tagung "Monuments and Sites de-colonial! Methods and Strategies of Dealing with the Architectural Heritage of the German Colonial Era" (TU München 3.-4.11.2023 mit ICOMOS Deutschland), deren Tagungsband als englische print- und open-access Publikation erschien. Zwischen 2023 und 2024 wurden schließlich fünf Feldforschungskampagnen in die ehemaligen deutschen Kolonial-Gebiete unternommen und mit Kolleg:innen vor Ort kooperiert: Deutsch-Ostafrika/Tansania (1.-2.2023); Tsingtau (Qingdao)/China (5.-6.2023); Kamerun und Togo (11.-12.2023), Deutsch Südwest-Afrika/Namibia (2.-3.2024), Papua-Neuguinea, Palau, Mikronesien, Nauru und Samoa (6.-8.2024). Somit entstand mit ca. 30.000 Bildern das deutschlandweit größte Bild-Inventar zum aktuellen Bestand ehemals deutsch-kolonialer Architektur. Seine Auswertung mit der zweibändigen Print- und open-access-E-Book-Publikation "Deutsche Kolonialarchitektur – Eine visuelle Spurensuche auf drei Kontinenten" ist, zusammen mit einer projektierten Bilddatenbank an der Universität Heidelberg, bereits finanziert und in Arbeit.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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