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Ein neuartiger Retrievalansatz zur Ableitung troposphärischer Temperatur- und Feuchteprofile unter allen Wetterbedingungen für eine verbesserte Quantifizierung von Verdunstungsraten

Antragsteller Dr. Andreas Foth
Fachliche Zuordnung Physik und Chemie der Atmosphäre
Förderung Förderung von 2020 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 438108095
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Die ständige Weiterentwicklung und Verbesserung der Wetter- und Klimamodelle stellt die Fernerkundung vor eine große Herausforderung. Für die Evaluierung der Modelle werden immer besser aufgelöste Messungen und Methoden benötigt. Herkömmliche Ansätze scheitern hier vor allem an kontinuierlichen Beobachtungen der Temperatur und Feuchte bei allen Wetterbedingungen und insbesondere bei Regen. Ein Windprofiler könnte bei solchen Bedingungen allerdings in der Lage sein, Vertikalinformationen der Temperatur- und Feuchtegradienten zu beobachten. Der im Projekt vorgeschlagene neuartige Ansatz, mit Hilfe eines künstlichen neuronalen Netzes Temperatur- und Feuchteprofile abzuleiten, schlug leider fehl. Die Ungenauigkeiten der abgeleiteten Profile waren zu hoch, um sie in weiteren Studien zu nutzen. Daher war auch die geplante Synergie aus Windprofiler (inklusive Radio Acoustic Sounding System), Ramanlidar, Mikrowellenradiometer und Wolkenradar sowie eine automatisierte und kontinuierliche Erstellung von Temperatur- und Feuchteprofilen sogar bei Niederschlägen nicht mehr möglich. Zur Erstellung von Temperaturprofilen in Regen wurde eine andere Methode entwickelt und veröffentlicht, welche auf Mikrowellenradiometerbeobachtungen basiert und die Ableitung von Temperaturprofilen bis in eine Höhe von 1,5 km bei Regenraten von bis zu 2,5 mm h^-1 ermöglicht. Die abgeleiteten Temperaturprofile sollten anschließend für die Bestimmung von Verdunstungsraten und daraus resultierender Abkühlung insbesondere bei konvektivem Regen dienen. Dafür wurden zu Beginn des Projektes zwei Algorithmen entwickelt und veröffentlicht, welche mit Hilfe von Mikroregenradarbeobachtungen zwischen stratiformem und konvektivem Regen unterscheiden können. Der eine Algorithmus basiert auf Wahrscheinlichkeitsdichtefunktionen (PDFs) in Kombination mit einer Konfidenzfunktion, der andere ist eine Klassifizierung mit einem künstlichen neuronalen Netz. Weiterhin wurde im Projektzeitraum ein Software-Tool (VirgaSniffer) entwickelt und veröffentlicht, um verdunstenden Niederschlag aus einer Kombination von Fernerkundungsinstrumenten zu klassifizieren. Erste Studien zur Bestimmung der Verdunstungsabkühlung basierend auf schiffsgetragenen Messungen im subtropischen Atlantik zeigten vielversprechende Ergebnisse. Leider war es gegen Ende des Projektes auf Grund der zeitintensiven gescheiterten Versuche, Temperatur- und Feuchteprofile aus Windprofilerdaten abzuleiten, nicht mehr möglich, die Studien zur Verdunstungsabkühlung zu intensivieren.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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