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Automatische Faktenüberprüfung für Biomedizinische Informationen in Sozialen Medien und Wissenschaftlicher Literatur

Fachliche Zuordnung Bild- und Sprachverarbeitung, Computergraphik und Visualisierung, Human Computer Interaction, Ubiquitous und Wearable Computing
Förderung Förderung von 2020 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 438135827
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Die Erforschung von Methoden zur automatischen Überprüfung von Fakten, also Computermodelle, welche korrekte Information von Fehlinformation oder Desinformation unterscheiden können, fokussiert weitestgehend auf die Nachrichtendomäne sowie auf die Analyse von Beiträgen in sozialen Medien. Hierbei werden unter anderem Texte auf ihren Wahrheitsgehalt geprüft. Dies kann durch die Analyse von linguistischen Merkmalen geschehen, die auf eine Täuschungsabsicht schließen lassen, oder durch einen Abgleich mit anderen Quellen, die inhaltlich vergleichbare Aussagen tätigen. Die meisten Arbeiten legen den Schwerpunkt hierbei auf politisch relevante Bereiche. Ein Gebiet mit besonderer gesellschaftlicher Relevanz ist aber auch die biomedizinische Domäne. In sozialen Medien teilen verschiedene Akteure und medizinische Laien Berichte zu Behandlungmethoden, Erfolgen und Misserfolgen, wie zum Beispiel die (widerlegte) Methode, Virusinfektionen mit Entwurmungsmitteln oder Desinfektionsmitteln zu behandeln. Es finden sich auch Berichte zu (widerlegten) Zusammenhängen zwischen Behandlungen und unerwünschten Wirkungen, wie zum Beispiel die Verursachung von Autismus durch Impfungen. Die biomedizinische Domäne profitiert allerdings, im Gegensatz zu anderen für die automatische Faktenüberprüfung relevanten Bereichen, von einer großen Ressource verlässlicher wissenschaftlicher Artikel. Das Ziel des Projekts FIBISS war es daher, Methoden zu entwickeln und zu evaluieren, welche biomedizinische Behauptungen in sozialen Medien extrahieren können und diese mit verlässlichen Quellen abgleicht. Eine Herausforderung ist hierbei, dass in sozialen Medien typischerweise keine Fachsprache verwendet wird, so dass unterschiedliche Vokabularien miteinander verbunden werden müssen. Der Ansatz in FIBISS war daher, generalisierende Informationsextraktionsmethoden zu entwickeln. Im Verlauf des Projekts haben sich zusätzlich große Sprachmodelle prominent als weiterer methodischer Ansatz platziert. Das Projekt wurde daher im Verlauf dahingehend angepasst, generelle Repräsentationen von Behauptungen so zu optimieren, dass sie für den Vergleich mit Hilfe automatischer Fakten- Überprüfungsverfahren geeignet sind. Im Ergebnis tragen wir Textkorpora bei, die zur Entwicklung und Evaluierung von Systemen zur automatischen biomedizinischen Faktenüberprüfung eingesetzt werden. Wir schlagen Methoden vor, die automatisch Behauptungen so umformulieren, dass sie geeignet sind, automatisch überprüft zu werden. Des Weiteren präsentieren wir Ansätze, die automatisch die Glaubwürdigkeit von Aussagen, auch unabhängig von vorhandener Evidenz, abschätzen können.

Link zum Abschlussbericht

https://doi.org/10.34657/17863

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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