Interventionen und mechanistische Hierarchien
Zusammenfassung der Projektergebnisse
Wissenschaften wie Biologie, Neurowissenschaft, Soziologie und Politikwissenschaft bedienen sich mechanistischer Erklärungen: Das Verhalten von Systemen wird mittels Verweis auf die kausale Interaktion ihrer Teile erklärt. Die theoretischen Details, wie die für dieses Verhalten verantwortlichen Teile (die sogenannten “konstitutiv relevanten Teile”) auf der Grundlage von experimenteller Manipulation identifiziert werden können, stellen ein noch ungelöstes Problem dar, das in der wissenschaftsphilosophischen Literatur kontrovers diskutiert wird. Eines der wesentlichen Probleme ist, dass das klassische, aus der Literatur bekannte Konzept der experimentellen Intervention für Teil-Ganzes-Systeme ungeeignet ist. Dieses Projekt widmete sich der konzeptuellen Möglichkeit von Interventionen in mechanistischen Systemen, der Frage, wie solche Interventionen modelliert und integriert werden können, und der Frage, wie Konstitutionsrelationen und kausale Relationen systematisch aufgedeckt und identifiziert werden können. Es beleuchtete auch die metaphysischen Hintergrundannahmen, die benötigt werden, um bereits vorhandene Verfahren aus der Literatur zu kausalen Modellen auf verschiedene epistemische Ziele wie Repräsentation und kausales Schließen anzuwenden. Ein besonderer Schwerpunkt wurde dabei auf die häufig vorkommende zyklische Natur von mechanistischen Systemen und auf die Frage, wie diese im Rahmen statischer und dynamischer kausaler Modelle behandelt werden kann, gelegt.
Projektbezogene Publikationen (Auswahl)
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Quantifying Proportionality and the Limits of Higher-Level Causation and Explanation. The British Journal for the Philosophy of Science, 74(3), 573-601.
Gebharter, Alexander & Eronen, Markus I.
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The Insufficiency of Statistics for Detecting Racial Discrimination by Police. Philosophy of Science, 91(5), 1089-1097.
Weinberger, Naftali
