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Polizei, Politik, Polis – Zum Umgang mit Geflüchteten in der Stadt

Fachliche Zuordnung Politikwissenschaft
Förderung Förderung von 2020 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 441835064
 
Erstellungsjahr 2025

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Ausgangspunkt des Projekts war, dass die sogenannte „Flüchtlingskrise“ in den vorangegangenen Jahren zu einer Fülle an Veröffentlichungen in unterschiedlichen sozialwissenschaftlichen Disziplinen führte, in denen sich eine „lokale Wende“ als Muster aktueller Fluchtforschung abzeichnete. Das Projekt „Polizei, Politik, Polis – Zum Umgang mit Geflüchteten in der Stadt“ sollte an diese Forschung anschließen, dabei jedoch mit einem anderen Blickwinkel und bisher nicht zum Tragen kommenden Methoden. So hat das Projekt am Beispiel der Polizei, als der staatlichen Vollzugsinstanz par excellence, untersucht, wie weit die These einer „lokalen Wende“ der Migrationspolitikforschung trägt. Selbst eine staatliche Institution wie die Polizei, so lautete dabei die leitende Annahme, wird von ihrem jeweiligen städtischen Kontext geprägt und prägt diesen gleichermaßen mit. Anhand von Befunden aus sechs deutschen Städten wurden die Deutungsmuster und Handlungsspielräume der Polizei im Umgang mit fluchtbedingter städtischer Vielfalt analysiert. Im Mittelpunkt der Untersuchung standen folglich städtische Praktiken im Zusammenhang mit der Aufnahme von Geflüchteten, in denen drei Aspekte miteinander vermittelt werden: • Die Rolle der örtlichen Polizei als staatliche Gewalt vor Ort („Polizei“), • die Relevanz stadtpolitischer Strategien im Umgang mit Flüchtlingsfragen („Politik“) sowie • die Bedeutung stadtgesellschaftlicher Akteure, Netzwerke und Diskurse („Polis“). Bei der Analyse dieser Aspekte kamen sinnverstehende Methoden zum Einsatz. Die aus dem Projekt hervorgegangene Forschung leistet damit einen Beitrag zum Verständnis der Rolle der Polizei in der lokalspezifischen Aushandlung von fluchtbedingter Diversität von Stadtgesellschaften sowie zur Erforschung der Bedeutung von Flucht und Migration für das urbane Regieren. Neben der kontrastierenden Herausarbeitung stadtspezifischer Muster besteht dieser Beitrag in der Reflexion der hierbei wie auch übergreifend sichtbar werdenden Sinngehalte für allgemeine Aspekte der praktischen Orientierung und politischen Regulierung von Polizei in einer postmigrantischen demokratischen Gesellschaft.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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