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Vollsynthetische Makromolekülsegmente als funktionelle Module zur Nachahmung der komplexen Haftmechanismen von peptidischen Adhäsionsdomänen

Fachliche Zuordnung Präparative und Physikalische Chemie von Polymeren
Förderung Förderung von 2020 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 442218058
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Im Rahmen des vorliegenden Projektes wurden erfolgreich adhäsive Präzisionspolymere auf Basis von Thiolacton- und auch SUMI-Sequenzen entwickelt, die ausgezeichnete Haftungsfähigkeiten auf Aluminiumoxid zeigten. Durch die Analyse peptidischer Bindungssequenzen konnten die Beiträge einzelner Aminosäuren und deren Zusammenspiel in kurzen Sequenzabschnitten zur Adhäsionsfunktion untersucht werden. 4mer-Sequenzen konnten als Ausgangsmotiv für peptidomimetische Polymere verwendet werden, die nach Optimierung entweder ein dynamisch/reversibles oder ein stark/irreversibles Bindungsverhalten auf Aluminium zeigten. Als Minimalmotiv erwiesen sich zwei Dopa-Arg-Einheiten als ausreichend, um eine robuste Adhäsion zu vermitteln. Analog zu den Peptidsegmenten konnten peptidomimetische Thiolacton-basierte Präzisionspolymere synthetisiert werden, die die Adhäsionseigenschaften reproduzierten. Durch die Kombination unterschiedlich stark bindender Segmente mittels orthogonaler Segment-Ligation konnte eine verbesserte, robustere Antifouling-Beschichtung für Aluminiumoxid erzielt werden. Neben der Herstellung und Untersuchung von Präzisionspolymersystemen erwiesen sich auch statistische Copolymere funktionaler Acrylate mit Katechol- bzw. und Amino-Seitenkettenfunktionalitäten als anwendungsfähige Varianten, die über die statistisch auftretenden Sequenzpools die gewünschte Funktion realisieren konnten. Die Polymere wurden durch RAFT-kontrollierte radikalische Polymerisation mit PEG-tragenden Kettentransferreagenzien synthetisiert und erwiesen sich als vielversprechende Antifouling-Beschichtungen. Sie zeichnen sich durch eine robuste Haftung auf Oberflächen sowie vielversprechende Ergebnisse in Zelltests aus, was beispielsweise einen Einsatz bei Kontaktlinsen ermöglichen könnte.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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