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Der Einfluss von AGN-Strahlung auf die Entwicklung von Galaxien und deren circumgalaktisches Medium

Antragstellerin Dr. Aura Obreja
Fachliche Zuordnung Astrophysik und Astronomie
Förderung Förderung von 2020 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 443044596
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Aktive galaktische Kerne (AGNs) sind starke Strahlungsquellen, die die Struktur der Gasphase um Galaxien über große Entfernungen verändern können. In Simulationen werden ihre Auswirkungen in der Regel entweder als thermische Energie- und/oder Impulsübertragung auf das umgebende Gas modelliert, was zu einer sogenannten thermischen und/oder kinetischen AGN-Rückkopplung führt. Massive Galaxien, die ohne AGN-Rückkopplung simuliert werden, haben bei niedrigen Rotverschiebungen zu viele Sterne für ihre dynamische Masse, was nicht mit den Beobachtungen übereinstimmt. Während diese Implementierungen zu ähnlichen statistischen Eigenschaften der Galaxien führen, ergeben sich unterschiedliche Eigenschaften des zirkumgalaktischen Mediums (CGM), einer schwer zu messenden mehrphasigen Gaskomponente, die die Haloregionen der dunklen Materie um Galaxien durchdringt. Dieses Projekt hat gezeigt, dass die Berücksichtigung des direkten Photoionisationseffekts von AGNs auf das Gas, auch bekannt als elektromagnetische Rückkopplung von AGNs, die katastrophale Abkühlung des CGM in simulierten Quasar-Wirtshalos aufhalten kann, wobei der Anteil des aus dieser Phase entfernten Gases eine starke Funktion des Öffnungswinkels des Ionisationskegels ist. Darüber hinaus können die CGM-Linienemissionen und der Bedeckungsgrad der optisch dicken Absorber in Simulationen mit hoher Rotverschiebung für bestimmte Kombinationen von Masse des supermassiven Schwarzen Lochs, Akkretionsrate und Öffnungswinkel des Ionisationskegels in Übereinstimmung mit Beobachtungen gebracht werden. Die elektromagnetische Rückkopplung von AGN bietet eine natürlichere Art der Kopplung von supermassereichen Schwarzen Löchern mit ihrer Umgebung in Simulationen als die weit verbreitete isotrope thermische Rückkopplung. Wichtig ist, dass dieses Projekt den Nachweis erbrachte, wie CGM-Beobachtungen genutzt werden können, um Rückschlüsse auf die Eigenschaften des zentralen AGN-Motors zu ziehen. Dieses Projekt leistete auch einen bedeutenden Beitrag zu dem Ziel, den CGM-Haushalt in Quasar-Galaxien bei hoher Rotverschiebung zu messen und die CGM-Emissionslinien Lyα, die manchmal um Quasare herum beobachtet werden, mit der größeren Mpc-Umgebung massereicher Galaxien in Verbindung zu bringen. Insbesondere haben wir herausgefunden, dass die Orientierungen der Lyα-Emissionsnebel auf Skalen von mehreren 10 kpc ungefähr entlang der projizierten Längsachse der sie umgebenden Galaxienverteilungen auf Mpc-Skalen liegen, wie sie mit Submillimeter-Beobachtungen verfolgt wurden.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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