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Methodik zur präzisen modellgestützten Charakterisierung der Flüssigphasenadsorption

Fachliche Zuordnung Chemische und Thermische Verfahrenstechnik
Automatisierungstechnik, Mechatronik, Regelungssysteme, Intelligente Technische Systeme, Robotik
Förderung Förderung von 2020 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 444703025
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Zur verbesserten Prozessauslegung unkonventioneller Trenn- und Aufreinigungsprobleme wurde in diesem Forschungsprojekt eine Methode zur Bestimmung des Sorptionsmodells entwickelt. Mit einem Modellsystem, in dem verschiedene Zucker an Zeolithextrudaten adsorbiert wurden, wurden nach umfangreicher Datenerfassung Modelle des Adsorptionsgleichgewichts und der -kinetik parametriert und verglichen. Bei der Adsorbenscharakterisierung mit konventionellen Methoden wurden geeignete Parametersätze identifiziert, wobei die Partikelgrößenverteilung der Zeolithpartikel und die Beschaffenheit der Säulenpackung besonders relevant waren. Die mit der erweiterten Elution by Characteristic Point (EECP)-Methode bestimmten Isothermen stimmten gut mit den Batch-Daten überein; die durch Frontalanalyse (FA) ermittelten Ergebnisse lagen noch näher an den Batch-Versuchen, auch für schwach adsorbierende Komponenten. Die Wiederholbarkeit der Ergebnisse hing von Säulenpackung und -geometrie ab. Die Modellselektion zeigte, dass die Daten auf ein komplexeres System hindeuteten und sich am besten mit den Isothermengleichungen nach Tóth und Langmuir abbilden ließen. Die Untersuchung der Adsorptionskinetik mit Ethanol als Adsorptiv zeigte eine deutlich längere Zeit bis zum Erreichen des Gleichgewichtszustands. Diese und weitere experimentelle Daten dienten der Systemidentifikation und der modellgestützten Vorhersage von vorteilhaften experimentellen Bedingungen im Sinne einer zuverlässigeren Parameterbestimmung. Es wurden Modellierungsansätze wie das Lumped Kinetic Model (LKM) und das Equilibrium Dispersive Model (EDM) implementiert und auf Flachheitseigenschaften untersucht, unter Berücksichtigung von Adsorptionsisothermen wie Langmuir und Tóth. Nach Parameteranpassung beschrieben beide Modelle die experimentellen Daten. Das EDM ist direkt invertierbar und erfüllt die Flachheitsbedingung, sodass einfache Eingangskonzentrationsprofile genutzt werden können, um Messunsicherheiten zu minimieren. Das LKM ist nicht differentiell flach und daher bei Messungen nur am Säulenausgang nicht invertierbar. Zur Analyse des LKM wurde ein Physics Informed Neural Network (PINN) eingesetzt, das die Modellinvertierung unterstützt, ohne aufwendige Datenvorbereitung. Variationen des Eingangskonzentrationsprofils hatten den größten Einfluss auf Parameterbestimmung und Modellselektion. Anpassungen der Sensorpositionen verbesserten die Parameterschätzung; eine Rechteckfunktion als Eingangsprofil erhöhte ebenfalls die Parametersensitivität. Ortsaufgelöste Konzentrationsmessungen könnten die Parameterschätzung weiter verbessern und andere Identifikationsmethoden ermöglichen. Inverse Ansätze führten zu starken Parameterstreuungen und Offsets. Die Ergebnisse zeigen, dass angepasste Versuchsplanungsstrategien für inverse Modellierungsansätze erforderlich sind, um präzisere Modellparameter zu erhalten und den experimentellen Aufwand zu reduzieren; insbesondere erfordert dies eine zuverlässige experimentelle Charakterisierung der Eingangsprofile.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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