Die Rolle biotischer Wechselwirkungen als Einflussfaktoren auf die Artenvielfalt von Pflanzen auf Inseln
Zusammenfassung der Projektergebnisse
Biotische Interaktionen gehören zu den wichtigsten Kräften, die ökologische Gemeinschaften strukturieren, und sind grundlegend für den Erhalt der Artenvielfalt. Dennoch wird auf größeren räumlichen Skalen angenommen, dass biotische Interaktionen dem stärkeren Einfluss bioklimatischer und biogeographischer Faktoren unterliegen und selten als treibende Kräfte globaler Biodiversitätsmuster betrachtet werden. Hier stelle ich dieses Konzept infrage, indem ich zeige, dass biotische Interaktionen tatsächlich wichtige Triebkräfte der Biodiversität über lokale Skalen hinaus sind. Konkret untersuche ich, mithilfe von Inseln als Modellsysteme und Orchideen-Bestäuber- sowie Orchideen-Mykorrhiza-Pilz- Interaktionen als Modellarten: i) ob biotische Interaktionen die Orchideenvielfalt auf Inseln vorhersagen und ob ihre Wirkung mit abiotischen und biogeographischen Kolonisierungsfiltern (z. B. Inselisolation, Klimafaktoren) vergleichbar ist; ii) ob Orchideen-Mykorrhiza-Pilz- Interaktionen auf Inseln generalisierter sind (im Vergleich zum Festland) und ob insulare Orchideen mit einer ähnlichen Zusammensetzung von Mykorrhiza-Pilzen wie auf dem Festland interagieren; und iii) ob biotische Interaktionen mit Umweltfaktoren interagieren, die die Pflanzenkolonisation auf Inseln zusätzlich begrenzen könnten. Unter Verwendung einer Kombination aus regionalen Checklisten für über 27.000 Orchideenarten, die in unserer Global Inventory of Floras and Traits-Datenbank (GIFT, gift.uni-goettingen.de) verfügbar sind, Feldstudien und literaturbasierten Recherchen erstelle ich eine Interaktionsdatenbank, um zu klären, ob biotische Interaktionen die Kolonisation von Orchideen auf Inseln einschränken. Diese Forschung beleuchtet die allgemeine Bedeutung biotischer Interaktionen als treibende Kräfte großräumiger Artenverteilungsmuster.
