Biologische Verwandtschaft und Prähistorische und Populationsstruktur in Süddeutschland im Spiegel hochauflösender Palaeogenome aus Höhlen der Nördlichen Frankenalb
Zusammenfassung der Projektergebnisse
Im Rahmen des Projekts wurde mithilfe genetischer Analysen die prähistorische Bevölkerungsgeschichte und -struktur dieses Siedlungsraums rekonstruiert, wobei der Fokus auf der Eisenzeit liegt. Die Analyse familiärer Verwandtschaftsverhältnisse zwischen den in Höhlen bestatteten Individuen hat dabei Rückschlüsse auf die Nutzungsart der Höhlen ermöglicht. Während noch laufende populationsgenetische Untersuchungen der Charakterisierung der Populationsdynamik der vorchristlichen Jahrtausende in Süddeutschland auch im Vergleich zu benachbarten Regionen dienen werden. Für diese Untersuchungen wurden 62 Genome von Individuen, die in insgesamt 6 Höhlen gefunden wurden, sowie 17 Genome von Individuen aus regulären Bestattungen von 9 Gräberfeldern generiert. Die Genome der Individuen aus Franken zeigen sowohl eine starke Diversität innerhalb der einzelnen Fundplätze als auch bei chronologischer Gruppierung. Im gesamten Datensatz ließen sich nur drei Fälle familiärer Verwandtschaft (1.- 3. Grades) feststellen, sodass es keinen Hinweis auf eine Nutzung der Höhlen als Familienbegräbnisstätten gibt. Da es jedoch entferntere Verbindungen zwischen den Individuen gibt, könnten die Höhlen Bestattungsplätze einer größeren Gemeinschaft gewesen sein. Im Vergleich zu den regulären Bestattungen der zeitgleichen Gräberfelder in der Region zeigen die in Höhlen bestatteten Individuen keine deutlichen Auffälligkeiten in Bezug auf Geschlechterverhältnis, Haplotypendiversität und Lage auf der PCA und es gibt somit genetisch keinen Hinweis darauf, dass es sich um selektierte Individuen (rituelle Begräbnisse, Opferungen, marginalisierte Gruppen) handelt.
