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Fragensequenzen im Coaching

Fachliche Zuordnung Einzelsprachwissenschaften, Historische Linguistik
Förderung Förderung von 2020 bis 2025
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 447538923
 
Erstellungsjahr 2025

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Fragepraktiken sind die zentrale Intervention in Coaching-Gesprächen. 83% des Coaching-Gesprächs stehen in direktem Zusammenhang mit Fragepraktiken, Fragepraktiken sind damit als Motor der Veränderung im Coaching empirisch ausweisbar. Die im Projekt entwickelten Kategoriensysteme für Coaching-Phasen, Fragetypen und Fragesequenztypen bilden die Grundlage für erste evidenzbasierte Erkenntnisse zu Fragepraktiken in ihrer Gesamtheit im Business-Coaching, die nicht nur problemoder lösungsbezogen operieren, sondern auch das Beziehungsmanagement, den Transfer und die Ergebnissicherung sowie die Evaluierung des Coaching einbeziehen. Die Untersuchung von Fragesequenzen über die Analyse von Fragen hinaus macht dabei durch die interaktionale Bezugnahme der Beteiligten aufeinander deutlich, dass die Arbeitsbeziehung im Coaching durch eine sehr hohe Kooperativität beider Seiten im Sinne einer appropriate responsiveness geprägt ist. Die Manuale zu Fragetypen und Fragesequenztypen stellen die jeweiligen Typen mit Bezug auf coachingspezifische Aufgabenstellungen vor und veranschaulichen sie anhand authentischer Ausschnitte aus Coaching-Gesprächen, die dem im Projekt erhobenen Korpus von Coaching-Prozessen entstammen. Sie präsentieren damit eine erste wissenschaftlich fundierte und zugleich anwendungsfreundliche Typologie der Fragepraktiken im Coaching, die sich als Lehrmaterial in der Coaching-Ausbildung und zugleich für Praktiker zur Selbstkontrolle eignet. Ein starker Zusammenhang zwischen Fragesequenzen und Phasen i.S. einer Bedeutung für die Einleitung, Durchführung und Abschluss von Phasen, wie er in der psychologischen Coachingforschung konzipiert wird, konnte empirisch nicht bestätigt werden. Die Untersuchung von sog. Gelenkstellen im Coachinggeschehen als mögliche veränderungsrelevante Ereignisse konnte dagegen direkt mit Fragesequenzen korreliert werden. Gegenüber der Praxisliteratur zeigte sich außerdem, dass offene und geschlossene Fragen in den Daten gleichermaßen prominent sind, dies aber keinen Unterschied hinsichtlich der interaktionalen Bearbeitung, z.B. hinsichtlich der Antwortlänge, bedeutet. Schließlich konnte die Forderung „Stellen Sie immer nur eine Frage“ aus der Praxisliteratur in den Daten auch nicht als handlungsleitende Orientierung der Coaches belegt werden, was sich in der hohen Anzahl sog. Fragebatterien, also mehrerer Fragen in einem Turn, zeigt.

Link zum Abschlussbericht

https://doi.org/10.14618/9n4k-9y32

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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