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Der Einfluss sozialer Kontakte auf den Ausbildungserfolg und den Übergang in die erste Erwerbstätigkeit

Antragsteller Dr. Tobias Roth
Fachliche Zuordnung Empirische Sozialforschung
Förderung Förderung von 2020 bis 2025
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 447764847
 
Erstellungsjahr 2025

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Das Projekt untersuchte auf Basis von Längsschnittdaten des Nationalen Bildungspanels (NEPS), welche Rolle soziale Kontakte für den Erfolg im Berufsausbildungssystem und bei der Arbeitsplatzsuche am Ende der Ausbildung in Deutschland spielen und ob dabei ethnische Unterschiede vorliegen. Die Analysen verdeutlichen, dass vor dem Ausbildungsbeginn bestehende schwache Beziehungen (z. B. Bekannte) in den Ausbildungsbetrieb die Wahrscheinlichkeit eines vorzeitigen Ausbildungsabbruchs verringern, während entsprechende starke Beziehungen (z. B. Freunde und Verwandte) nicht mit dem Abbruchrisiko zusammenhängen. Die Ergebnisse legen nahe, dass schwache Beziehungen vor dem Ausbildungsbeginn relevant sind, indem sie den Zugang zu Informationen erleichtern und so fundierte Entscheidungen und stabile Ausbildungsverhältnisse fördern. Des Weiteren zeigt sich, dass Jugendliche mit Migrationshintergrund seltener elterliche Unterstützung beim Übergang in die Berufsausbildung erhalten als Gleichaltrige ohne Migrationshintergrund. Eine größere Zahl deutscher Arbeitsmarktkontakte der Eltern erhöht dabei tendenziell die Unterstützungswahrscheinlichkeit, während entsprechende Kontakte mit Migrationshintergrund keinen Einfluss zeigen. Hinsichtlich des Ausbildungsabbruchs ergibt sich ein differenziertes Bild mit positiven, keinen oder sogar negativen Zusammenhängen zwischen Abbruchrisiko und verschiedenen Arten elterlicher Unterstützung. Während der Ausbildung beeinflussen Konflikte mit und Unterstützung durch Kollegen und Vorgesetzte den Ausbildungserfolg. Hingegen hängen nur Konflikte mit der Wahrscheinlichkeit eines Übernahmeangebots durch das Ausbildungsunternehmen zusammen und weder Konflikte noch Unterstützung haben einen Einfluss darauf, ob Ausbildungsabsolventen ein solches Angebot annehmen. Folglich hängen sie auch nur schwach mit dem Verbleib erfolgreicher Absolventen im Ausbildungsbetrieb zusammen. Für die Beschäftigung nach der dualen Ausbildung zeigt sich zudem, dass erwartete Informationen über freie Stellen und Hilfe bei der Stellensuche durch Freunde und Verwandte weitgehend irrelevant sind. Die erwartete Unterstützung durch Bekannte sowie durch Lehrkräfte erhöht die Wahrscheinlichkeit, sich auf externe Stellen zu bewerben und außerhalb des Ausbildungsbetriebs beschäftigt zu sein, während die erwartete Hilfe durch Kollegen die Wahrscheinlichkeit erhöht, im Ausbildungsbetrieb zu verbleiben. Lediglich die erwartete Unterstützung durch Bekannte verringert die Wahrscheinlichkeit, nach dem Ausbildungsende nicht beschäftigt zu sein. Die Ergebnisse zeigen, dass Kontakte innerhalb und außerhalb des Ausbildungssystems für den Ausbildungserfolg und den erfolgreichen Übergang in den Arbeitsmarkt eine Rolle spielen, wobei schwache Beziehungen relevanter zu sein scheinen als starke. Im Kontext gegenwärtiger Herausforderungen der Fachkräftesicherung im deutschen Ausbildungssystem liefert das Projekt wichtige neue wissenschaftliche und praxisrelevante Erkenntnisse.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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