Materialität und ästhetische Transformation. Die Festa teatrale L'Huomo auf der Bayreuther Opernbühne
Zusammenfassung der Projektergebnisse
Das Projekt widmete sich der Festa teatrale L’Huomo (Libretto: Wilhelmine von Bayreuth, Musik: Andrea Bernasconi u.a.), einer groß angelegten italienischen Barockoper mit virtuosem Gesang, Tanz, Chor und aufwändiger Ausstattung. Sie wurde 1754 anlässlich eines Besuches von König Friedrich II. im Markgräflichen Opernhaus in Bayreuth aufgeführt und bildet einen Höhepunkt barocker Opernkultur. Durch den guten Erhaltungszustand des Hauses (seit 2012 UNESCO Welterbe) ist diese Opernkultur nach wie vor in Bayreuth erfahrbar. Ziel des Projektes war es, vertiefte Erkenntnisse über die künstlerischen Strategien Wilhelmine von Bayreuths durch eine wissenschaftlich aufbereitete und historisch informierte Wiederaufführung dieses Werkes am Originalschauplatz zu erlangen und einen doppelten Transfer in die Praxis und breitere Öffentlichkeit zu ermöglichen: 1. durch Einbindung der Projektergebnisse auf verschiedenen Ebenen (textlich, auditiv, visuell etc.) in das im April 2023 eröffnete Opernhausmuseum in Bayreuth, 2. durch eine qualitativ hochwertige historisch informierte Aufführung (Musikalische Leitung: Dorothee Oberlinger) und Aufzeichnung des Werkes durch den Bayerischen Rundfunk auf Basis des im Projekt erarbeiteten Notenmaterials. Im Projekt wurde ferner eine wissenschaftlich-kritische Edition erstellt, die im Schott-Verlag erscheint und damit das Werk für die weitere Erforschung sowie die künstlerische Praxis erschließt. Die Erkenntnisse aus der Wiederaufführung flossen wiederum in die wissenschaftliche Forschung ein. Die Projektdokumentation und mehrere Aufsätze präsentieren Ergebnisse über Wilhelmine von Bayreuths visuelle Strategien und die außergewöhnliche Konzeption des Werkes in dieser Hinsicht, ferner über das künstlerische Personal am Bayreuther Hof (insbesondere im Bereich Gesang und Tanz) sowie – ermöglicht durch die historisch informierte szenische Umsetzung (Regie: Nils Niemann) – über das Verhältnis zwischen szenischer und musikalischer Gestik. Diese Ergebnisse sind für die Forschungen zur Barockoper auch über den Bayreuther Hof hinaus von hoher Relevanz. Das Projekt wurde als Transferprojekt mit drei Projektpartnern durchgeführt (Musica Bayreuth, Bayerischer Rundfunk sowie Bayerische Verwaltung der staatlichen Gärten, Schlösser und Seen).
Projektbezogene Publikationen (Auswahl)
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Al mio impero: "L’Huomo", in: Maria Blenk, Tanja Kohwagner-Nikolai, Cordula Mauß, Florian Schröter (Hrsg.): Barocke Theaterwelten. Markgräfliches Opernhaus Bayreuth: Welterbe & Museum, München 2023, S. 93
Knaus, Kordula & Andrea Zedler
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Ein Bayreuther Forschungsprojekt auf Reisen, in: L’Huomo, Musica Bayreuth und Musikfestspiele Potsdam Sanssouci (Hrsg.), Bayreuth und Potsdam 2023
Knaus, Kordula
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Ein Theatral-Fest für den König! Wilhelmine von Bayreuths L’Huomo im Markgräflichen Opernhaus
Knaus, Kordula & Andrea Zedler
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Nicht nur von der Muse geküsst. Wilhelmines Tanzmeister Jean- Baptiste Gherardy zwischen Paris, Bayreuth und London
Zedler, Andrea
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Wilhelmines Mensch galant gekleidet, in: L’Huomo, Musica Bayreuth und Musikfestspiele Potsdam Sanssouci (Hrsg.), Bayreuth und Potsdam 2023
Zedler, Andrea & Babette Hesse
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Festmusik mit persönlicher Note. Artes, 3(1), 85-103.
Knaus, Kordula & Zedler, Andrea
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Künstlerische (Un-)Abhängigkeiten. Wilhelmine von Bayreuth und Friedrich II. von Preußen revisited. (Wahl-)Verwandtschaften, 83-100. Böhlau Verlag Köln.
Knaus, Kordula & Zedler, Andrea
