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Grundlagenuntersuchung zum Pulversmoke-Phänomen beim selektiven Elektronenstrahlschmelzen

Antragstellerin Professorin Dr.-Ing. Carolin Körner, seit 1/2023
Fachliche Zuordnung Produktionsautomatisierung und Montagetechnik
Chemische und Thermische Verfahrenstechnik
Metallurgische, thermische und thermomechanische Behandlung von Werkstoffen
Förderung Förderung von 2021 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 448758899
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Ziel dieses Projektes war es, ein grundlegendes Verständnis der sogenannten „Smoke“ Ereignisse während des Elektronenstrahl-Pulverbettschmelzens (PBF-EB) zu erlangen. Beim Smoke führt die Interaktion des Elektronenstrahls mit dem Metallpulver zu einer explosiven Zerstreuung des Pulverbetts und damit im Allgemeinen zum Prozessabbruch. Es wurde gezeigt, wie das Smoke-Phänomen sich stufenweise entwickelt, wobei einer Heizphase eine lokale Aufwirbelung des Pulverbettes mit anschließender Lawinenbildung folgt. Die auslösenden Mechanismen für jede Phase wurden detailliert untersucht. Entgegen der Literaturmeinung deuten unsere Ergebnisse darauf hin, dass die lokale Aufwirbelung des Pulverbettes als initiierendes Ereignis nicht maßgeblich von elektrostatischen Kräften initiiert wird. Die plötzliche Verdampfung von Restgasen aus dem Pulver bei schneller Erwärmung durch den Strahl wurde als ein wesentlicher Mechanismus identifiziert. Erst in der Lawinenphase kommt die elektrische Ladung voll zum Tragen. Pulverpartikel in der Atmosphäre werden durch die direkte oder indirekte Wechselwirkung mit dem Strahl elektrisch geladen, wobei die Coulombkräfte einzelne Partikel in Richtung des Pulverbettes beschleunigen und so den Lawineneffekt einleiten. Auf der Grundlage dieser Erkenntnisse wurde ein Modell für die Smoke-Entwicklung erstellt und eine entsprechende Optimierungsmethode für die Scanstrategie erfolgreich unter Extrembedingungen getestet. Darüber hinaus wurde gezeigt, wie durch Analyse der Rückstreuelektronen die Existenz lokaler Aufwirbelungen im Pulverbett vor dem eigentlichen Smoke Ereignis klar erkannt werden können. Dies eröffnet nun die Möglichkeit, Smoke Ereignisse durch eine entsprechende Regelung prozesstechnisch zu verhindern.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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