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Lösen des Myon-Rätsels in hochenergetischen Luftschauern mit dem LHCb Experiment

Antragsteller Dr. Hans Dembinski
Fachliche Zuordnung Kern- und Elementarteilchenphysik, Quantenmechanik, Relativitätstheorie, Felder
Astrophysik und Astronomie
Förderung Förderung von 2021 bis 2025
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 449728698
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Das Projekt zielte darauf ab, das "Myon-Rätsel“ in der Astroteilchenphysik zu lösen. Dieses Rätsel bezieht sich auf die Diskrepanz zwischen der gemessenen und der simulierten Anzahl von Myonen in ausgedehnten Luftschauern, die durch hochenergetische kosmische Strahlung ausgelöst werden. Die Lösung dieses Problems ist entscheidend für das Verständnis der Zusammensetzung der kosmischen Strahlung und damit für die Identifizierung ihrer Quellen. Der Hauptfokus lag auf präzisen Messungen der Produktion von Pionen, Kaonen und Protonen in Proton-Proton- und Proton-Blei-Kollisionen am LHCb-Experiment des Large Hadron Colliders. Obwohl die finale Publikation dieser Messungen innerhalb der Projektlaufzeit nicht abgeschlossen werden konnte, wurde die Analyse dazu abgeschlossen. Wie ursprünglich anvisiert, wurde eine Messgenauigkeit von besser als 5 % vielfach erreicht. Ein unerwartetes Hindernis war die Schwierigkeit, eine neuartige Analysemethode auf unseren Datensatz anzuwenden, welche die relativen Anteile von Pionen, Kaonen und Protonen aus den LHCb-Daten mithilfe neuronaler Netzen bestimmt. Die eingehende Beschäftigung mit diesem Hindernis führte jedoch zu neuen statistischen Methoden, die in mehreren Publikationen veröffentlicht wurden, sowie zur Publikation von Software-Bibliotheken mit diesen Methoden. Es wurden neue Werkzeuge entwickelt, um eine detaillierte Fehlerfortpflanzung inklusive aller Korrelationen bis zum finalen Ergebnis durchzuführen. Neben den experimentellen Arbeiten trug das Projekt wesentlich zum theoretischen Verständnis des Myon-Rätsels bei. Ein viel beachtetes Review-Paper wurde veröffentlicht, das als Grundlage für weitere Forschungsanträge diente. Zudem wurde eine neue Software (Chromo) entwickelt, die den Umgang mit Monte-Carlo-Generatoren für hadronische Wechselwirkungen vereinfacht und damit die Untersuchung möglicher Lösungen für das Myon-Rätsel erleichtert. Die Ergebnisse des Projekts haben potenziell weitreichende Auswirkungen auf das gesamte Feld der experimentellen Astroteilchenphysik. Sie könnten zu einer deutlichen Verbesserung der Genauigkeit von Luftschauer-Simulationen führen und damit die Unsicherheit bei der Bestimmung der Masse der kosmischen Strahlung erheblich reduzieren. Die entwickelten statistischen Methoden und Software-Tools haben Potenzial für Anwendungen in der Teilchenphysik und darüber hinaus, etwa in der Datenanalyse in den Wirtschaftswissenschaften.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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