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Der Einfluss biologischer Spinnenbewegungen auf Wahrnehmungs- und Lernprozesse von Personen mit Spinnenphobie

Fachliche Zuordnung Persönlichkeitspsychologie, Klinische und Medizinische Psychologie, Methoden
Förderung Förderung von 2020 bis 2025
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 450096725
 
Erstellungsjahr 2025

Zusammenfassung der Projektergebnisse

In den letzten Jahrzehnten haben zahlreiche Studien gezeigt, dass unser Gehirn bedrohliche Reize schneller wahrnimmt und verarbeitet als neutrale. Insbesondere bei Menschen mit Angststörungen ist diese verstärkte Reaktion gut belegt. Bisher wurden diese Prozesse jedoch meist mit statischen Bildern untersucht. Bewegung spielt aber unter natürlichen Bedingungen eine entscheidende Rolle und kann emotionale Reaktionen und Lernprozesse beeinflussen. Das Forschungsprojekt untersuchte daher systematisch den Einfluss von biologischer Bewegung auf Wahrnehmung, Aufmerksamkeit und Lernprozesse, insbesondere im Zusammenhang mit spezifischen Phobien wie der Spinnenphobie. Die Ergebnisse zeigen, dass sich bewegende Tiere stärkere emotionale Reaktionen hervorrufen als statische Bilder. Personen mit Spinnenphobie empfinden sich bewegende Spinnen als unkontrollierbarer und unvorhersehbarer, was ihre Angst verstärkt. Interessanterweise ist es nicht die Geschwindigkeit der Bewegung, sondern die Vorhersagbarkeit des Bewegungsmusters, die das emotionale Erleben beeinflusst. Auch frühe Aufmerksamkeitsprozesse wurden untersucht, wobei eine Studie zur visuellen Suche zeigte, dass bewegte Spinnen nicht schneller gefunden werden als andere Tiere. Darüber hinaus wurde eine innovative Virtual-Reality-Umgebung entwickelt, um realistische Lernprozesse bei der Konfrontation mit sich bewegenden Spinnen zu erfassen. Eine weitere wichtige Entwicklung war ein virtueller Verhaltenstest (vBATon), der das Vermeidungsverhalten bei Spinnenphobie misst. Dieser Test erwies sich als ebenso valide wie ein realer Konfrontationstest und bietet eine effiziente, standardisierte Alternative für Forschung und Praxis. Die gewonnenen Erkenntnisse könnten langfristig dazu beitragen, psychotherapeutische Verfahren zu verbessern, indem die Bedeutung von Bewegung bei der Angstverarbeitung berücksichtigt wird.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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