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Mechanismen, die den intergenerationalen Effekten von Mycobacterium vaccae ATCC 15483T zur Förderung der Stress Resilienz bei Mäusen zugrunde liegen.
Antragsteller
Professor Dr. Stefan O. Reber
Fachliche Zuordnung
Biologische Psychiatrie
Förderung
Förderung seit 2020
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 450542225
Gemäß der „Old Friends“-Hypothese trägt eine verminderte Exposition gegenüber immunregulierenden Mikroorganismen, insbesondere während der frühen prä- und postnatalen Lebensphase, zur erhöhten Prävalenz stressassoziierter Störungen in urbanen Gegenden bei. Entsprechend zeigen unsere eigenen präklinischen Studien, dass nicht-pathogene schnell wachsende Mykobakterien (RGMs), darunter M. vaccae NCTC 11659 und M. vaccae ATCC 15483T, immunregulierende und stressprotektive Wirkungen haben, wenn sie wiederholt vor oder während der Stressexposition verabreicht werden. Eigene unveröffentlichte präklinische Ergebnisse, die im Rahmen eines derzeit noch laufenden DFG-Förderantrags gewonnen wurden, zeigen weiterhin, dass die wiederholte i.g. Verabreichung von hitzeinaktiviertem M. vaccae ATCC 15483T sogar intergenerational die Stress Resilienz fördert. Ihre männlichen adulten Nachkommen, obwohl sie nie direkt mit RGMs behandelt wurden, waren resilient gegenüber verschiedenen negativen Konsequenzen von chronischem Stress (d.h. chronic subordinate colony housing, CSC). Darüber hinaus deuten Korrelationsanalysen auf das Darmmikrobiom als potenziellen Mediator hin, da M. vaccae ATCC 15483T generationsübergreifend die α-Diversität und relative Häufigkeit von Taxa förderte, die kurzkettige Fettsäuren (SCFAs) produzieren. Da weibliche Nachkommen von mit M. vaccae ATCC 15483T behandelten Müttern einen abgeschwächten Immobilisierungsstress induzierten Anstieg von Plasma Zytokinen zeigten, sind die generationsübergreifenden stressprotektiven Wirkungen von M. vaccae ATCC 15483T wahrscheinlich geschlechterunabhängig. Da M. vaccae ATCC 15483T entgegengesetzte Auswirkungen auf das mütterliche Darmmikrobiom hatte (d. h. Verringerung der SCFA-produzierenden Taxa beim Absetzen der Jungen) soll im vorliegenden Antrag die Rolle des mütterlichen Darmmikrobioms und der entsprechend produzierten SCFAs bei den intergenerationalen Effekten von M. vaccae ATCC 15483T auf das Darmmikrobiom (bisher nur bei männlichen Nachkommen untersucht) und die Stress Resilienz (bei männlichen und weiblichen Nachkommen berichtet) untersucht werden. Ein weiteres Ziel ist es, die Rolle mütterlicher Tregs bei den sich postpartal entwickelnden Unterschieden im Darmmikrobiom von M. vaccae ATCC 15483T behandelten Müttern und somit bei der verbesserten Stress Resilienz ihrer männlichen und weiblichen Nachkommen zu untersuchen. Da die intragenerationalen stressprotektiven Wirkungen von M. vaccae NCTC 11659 zumindest teilweise durch Tregs vermittelt werden, soll abschließend untersucht werden, ob die Tregs der Nachkommen kausal an den generationsübergreifenden stressprotektiven Effekten von M. vaccae ATCC 15483T beteiligt sind.
DFG-Verfahren
Sachbeihilfen
