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Medienunterhaltung und psychologische Resilienz: Entwicklung einer salutogenetischen Perspektive auf die prospektiven Wirkungen der Nutzung von Unterhaltungsmedien

Fachliche Zuordnung Publizistik und Kommunikationswissenschaft
Förderung Förderung von 2020 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 450647975
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Unterhaltende Medieninhalte wie Filme oder Serien werden häufig genutzt, um kurzfristig positive Effekte für das eigene Wohlbefinden zu erzielen. Das Projekt widmete sich der Frage, inwieweit sich die Nutzung von Medienunterhaltung auch längerfristig auf das Wohlbefinden und die psychische Gesundheit von Nutzenden auswirkt. Dazu wurde das Konstrukt der psychologischen Resilienz, also der psychischen Widerstandsfähigkeit gegen Stress und Widrigkeiten, herangezogen. In zwei Längsschnittstudien mit drei verschiedenen Messintervallen (täglich, wöchentlich, halbjährlich) und zwei verschiedenen Populationsgruppen (Studierende vs. Allgemeinbevölkerung) zeigten sich positive Effekte von Unterhaltung auf Resilienz und psychische Gesundheit. So waren sowohl hedonische als auch eudaimonische Unterhaltung positiv mit resilienzfördernden Faktoren wie Hoffnung, Optimismus und Sinnstiftung assoziiert. Intraindividuelle Unterschiede zeigten sich hierbei vor allem in den kürzeren Zeitintervallen auf Tages- und Wochenbasis, die über einzelne Nutzungsepisoden hinausgehen, nicht aber in halbjährlichen Abständen. Im größeren Zeitintervall zeigten sich jedoch ebenfalls Zusammenhänge zwischen Personen. Zusätzlich zeigte sich, dass die untersuchten Resilienzfaktoren positiv auf verschiedene Indikatoren der psychischen Gesundheit wirkten, z.B. affektives Wohlbefinden erhöhten, depressive Symptome verringerten und zu einem erhöhten Empfinden von Bedeutsamkeit beitrugen. Auch die Nutzung von Unterhaltung war teils direkt, teils indirekt mit diesen Indikatoren assoziiert. Dabei war hedonische Unterhaltung im Zusammenhang mit affektivem Wohlbefinden förderlich, wohingegen eudaimonische Unterhaltung hier einen negativen Einfluss zeigte, dafür aber mit Bedeutsamkeit als eudaimonischen Wohlbefindensindikator positiv zusammenhing. Die Befunde des Projekts unterstreichen die Nützlichkeit einer salutogenetischen Perspektive auf Medienunterhaltung sowie die Wichtigkeit einer langfristigen Betrachtung der Effekte von Unterhaltung.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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