Medienunterhaltung und psychologische Resilienz: Entwicklung einer salutogenetischen Perspektive auf die prospektiven Wirkungen der Nutzung von Unterhaltungsmedien
Zusammenfassung der Projektergebnisse
Unterhaltende Medieninhalte wie Filme oder Serien werden häufig genutzt, um kurzfristig positive Effekte für das eigene Wohlbefinden zu erzielen. Das Projekt widmete sich der Frage, inwieweit sich die Nutzung von Medienunterhaltung auch längerfristig auf das Wohlbefinden und die psychische Gesundheit von Nutzenden auswirkt. Dazu wurde das Konstrukt der psychologischen Resilienz, also der psychischen Widerstandsfähigkeit gegen Stress und Widrigkeiten, herangezogen. In zwei Längsschnittstudien mit drei verschiedenen Messintervallen (täglich, wöchentlich, halbjährlich) und zwei verschiedenen Populationsgruppen (Studierende vs. Allgemeinbevölkerung) zeigten sich positive Effekte von Unterhaltung auf Resilienz und psychische Gesundheit. So waren sowohl hedonische als auch eudaimonische Unterhaltung positiv mit resilienzfördernden Faktoren wie Hoffnung, Optimismus und Sinnstiftung assoziiert. Intraindividuelle Unterschiede zeigten sich hierbei vor allem in den kürzeren Zeitintervallen auf Tages- und Wochenbasis, die über einzelne Nutzungsepisoden hinausgehen, nicht aber in halbjährlichen Abständen. Im größeren Zeitintervall zeigten sich jedoch ebenfalls Zusammenhänge zwischen Personen. Zusätzlich zeigte sich, dass die untersuchten Resilienzfaktoren positiv auf verschiedene Indikatoren der psychischen Gesundheit wirkten, z.B. affektives Wohlbefinden erhöhten, depressive Symptome verringerten und zu einem erhöhten Empfinden von Bedeutsamkeit beitrugen. Auch die Nutzung von Unterhaltung war teils direkt, teils indirekt mit diesen Indikatoren assoziiert. Dabei war hedonische Unterhaltung im Zusammenhang mit affektivem Wohlbefinden förderlich, wohingegen eudaimonische Unterhaltung hier einen negativen Einfluss zeigte, dafür aber mit Bedeutsamkeit als eudaimonischen Wohlbefindensindikator positiv zusammenhing. Die Befunde des Projekts unterstreichen die Nützlichkeit einer salutogenetischen Perspektive auf Medienunterhaltung sowie die Wichtigkeit einer langfristigen Betrachtung der Effekte von Unterhaltung.
Projektbezogene Publikationen (Auswahl)
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The longitudinal influence of hedonic and eudaimonic entertainment preferences on psychological resilience and wellbeing. Frontiers in Communication, 7.
Reinecke, Leonard & Kreling, Rebekka Johanna
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Making meaning through meaningful entertainment? Prospective effects of hedonic and eudaimonic entertainment on meaning-focused coping. 73rd Annual Conference of the International Communication Association (ICA), Toronto, Canada
Reinecke, L. & Kreling, R.
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What do people watch under adversity? Testing interactions of semantic affinity and coping style using Netflix data donations. 13th Conference of the Media Psychology Division of the German Psychological Society (DGPs), Esch-sur-Alzette, Luxembourg
Kreling, R., Dietrich, F., Gilbert, A. & Reinecke, L.
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Entertainment contributes to adaptive coping: A longitudinal investigation of the interplay between hedonic and eudaimonic entertainment, escapism, and meaning making. Center for Open Science.
Kreling, Rebekka & Reinecke, Leonard
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Entertainment contributes to adaptive coping: Results from a daily and weekly diary study on entertainment, escapism, and meaning making. 74th Annual Conference of the International Communication Association (ICA), Gold Coast, Australia
Kreling, R. & Reinecke, L.
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Entertainment fosters resilience: Investigating a coping and resilience perspective of entertainment selection and effects under everyday adversity with intensive longitudinal data. Center for Open Science.
Kreling, Rebekka & Reinecke, Leonard
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Meaning making through meaningful entertainment? An intensive longitudinal study on the prospective effects of entertainment use on meaning-coping. 69th Annual Conference of the German Communication Association (DGPuK), Erfurt, Germany
Reinecke, L. & Kreling, R.
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What Do People Watch under Adversity? Testing Interactions of Semantic Affinity and Coping Style Using Netflix Data Donations. Center for Open Science.
Kreling, Rebekka; Dietrich, Felix; Gilbert, Alicia & Reinecke, Leonard
