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Überfunktion und -bindung von prozeduralen Gedächtnisprozessen beim Tourette-Syndrom: die Rolle neurophysiologischer und strukturbezogener neurobiochemischer Prozesse
Antragsteller
Adam Takacs, Ph.D.
Fachliche Zuordnung
Kognitive und systemische Humanneurowissenschaften
Förderung
Förderung von 2020 bis 2024
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 451182504
Das Tourette-Syndrom (TS) ist eine vielschichtige Neuroentwicklungsstörung, die durch mindestens einen vokalen Tic und multiple motorische Tics gekennzeichnet ist, die sich nicht durch Medikamente oder eine andere Erkrankung erklären lassen. In neueren Studien wurden verbesserte prozedurale Gedächtnisfunktionen bei TS vorgestellt. Es wird angenommen, dass sowohl atypische Kognition als auch Tics bei TS mit den Veränderungen der kortiko-striatalen Schleifen zusammenhängen. Es fehlt jedoch eine mechanistische Verbindung zwischen prozeduraler Überfunktion bei TS, Tics und strukturellen Veränderungen. Das Ziel dieses Projekts ist es, die neurophysiologischen und strukturbezogenen neurobiochemischen Prozesse zu untersuchen, die einer Überfunktion des prozeduralen Gedächtnisses bei TS zugrunde liegen. Dazu schlage ich zwei Arbeitspakete vor, um die Rolle kortiko-striataler Netzwerke beim Lernen probabilistischer Information bei TS zu untersuchen, indem die Verbindung zwischen prozeduraler Lernleistung und ihren neurophysiologischen Korrelaten getestet wird (ERPs und aufgabenbezogene EEG-funktionelle Konnektivität). Die EEG-Konnektivität während des prozeduralen Lernens wird zum ersten Mal in TS zusammen mit den ERPs untersucht, um das dynamische Zusammenspiel zwischen Hirnnetzwerken während des Lernens, der Gedächtnisreaktivierung und der Gedächtnisstörung zu verstehen. Darüber hinaus werden EEG Quellenlokalisationsmethoden angewandt. Geleitet von einem theoretischen Ansatz der prozeduralen Überfunktion in TS wird das Projekt neue grundlegende Einsichten in die prozedurale Verarbeitung und Tic-Bildung in TS auf mehreren Ebenen liefern. Die Hommelsche Theorie der Ereigniskodierung wird nämlich als Rahmen verwendet, um die Bindung von Information während des Lernens und die Veränderung der erworbenen Information in einer neuen Umgebung zu analysieren. Dieser Ansatz wird als kognitives Modell dafür verwendet werden, wie sich Tics entwickeln und wie sie modifiziert werden können. Zusammenfassend schlage ich eine Reihe von mehrstufigen, neurowissenschaftlichen Experimenten vor, um die Theorie der Tic-Bildung und der Kognition bei Tics miteinander zu verzahnen.
DFG-Verfahren
Sachbeihilfen
