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Einfluss einer laktationsinduzierten und konditionsabhängigen Mobilisierung von Körperfett auf den Steroidhormon- und Gallensäuremetabolismus hochleistender Milchkühe

Antragstellerin Dr. Susanne Häußler
Fachliche Zuordnung Tierzucht, Tierernährung, Tierhaltung
Förderung Förderung von 2020 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 451944681
 
Erstellungsjahr 2025

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Hochleistende Milchkühe mobilisieren in der Frühlaktation vermehrt Körperfettreserven (Lipolyse), während sie in der Spätlaktation und Trockenstehzeit Fettreserven aufbauen. Kühe, die vor dem Kalben einen höheren Körperfettanteil hatten, zeigen nach der Kalbung eine verstärkte Lipolyse im Vergleich zu normal-konditionierten Kühen. Parallel zu der erhöhten Freisetzung von Lipiden aus dem Fettgewebe in den Blutkreislauf, werden gleichzeitig auch im Fettgewebe gespeicherte Substanzen freigesetzt. Somit gelangen auch lipophile Steroidhormone die im Fettgewebe gespeichert werden, bei einer Lipolyse in den Blutkreislauf. Wie aus Humanstudien bekannt, können Steroide und steroidogene Enzyme auch lokal im Fettgewebe bei Stoffwechselvorgängen relevant sein. Wie Steroide werden auch Gallensäuren aus Cholesterol gebildet, in der Leber konjugiert und in der Gallenblase gespeichert. Neben Unterstützung der Verdauung von Nahrungsfetten und fettlöslichen Vitaminen können sie als Signalmoleküle Stoffwechselprozesse, wie den Lipid- und Glucosestoffwechsel, beeinflussen. Im Rahmen des Projektes wurde der Einfluss der Körperkondition von hochleistenden Milchkühen auf den Steroidhormon- und Gallensäurestoffwechsel im Fett- und Lebergewebe während der Laktation untersucht. Es wurden zwei Gruppen von Kühen – mit hoher (HBCS; n = 19) und normaler Körperkondition (NBCS; n = 19) - verglichen. Höhere Konzentrationen an freien Fettsäuren und Ketonkörpern (beta-Hydroxybutyrat) im Blut der HBCS-Kühe, deuteten auf eine verstärkte Lipolyse sowie potenzielle Stoffwechselstörung im Vergleich zu den NBCS-Kühen hin. Neben den Steroidkonzentrationen wurden die Gallensäureprofile im Blut und im subkutanen Fettgewebe sowie die mRNA-Expression von steroidogenen Enzymen und Rezeptoren sowie Enzyme, Transporter und Rezeptoren im Gallensäurestoffwechsel in Leber und Fettgewebe zu verschiedenen Zeitpunkten um die Kalbung gemessen. Die Steroidkonzentrationen im Blut sowie im Fettgewebe waren stark von der Körperkondition der Kühe beeinflusst. Besonders bei den HBCS-Kühen kam es nach der Kalbung zu einer verstärkten Freisetzung von Androgenen und Gestagenen, außerdem war eine veränderte Enzymexpression im Fett- und Lebergewebe zu sehen. Des Weiteren wiesen HBCS-Kühe im Vergleich zu NBCS-Kühen niedrigere Gallensäurekonzentrationen im Serum und veränderte Enzym- und Rezeptorexpressionen im Fett- und Lebergewebe auf. Insgesamt zeigten die Ergebnisse, dass sowohl die Körperkondition als auch die Laktationsphase einen großen Einfluss auf den Steroid- und Gallensäure-Stoffwechsel bei Milchkühen haben.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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