Detailseite
Projekt Druckansicht

Die Rolle der transkutanen Vagusnervenstimulation (tVNS) als Modulator der kognitiven Kontrolle - eine neurobiochemische und alterspsychophysiologische Perspektive.

Fachliche Zuordnung Biologische Psychologie und Kognitive Neurowissenschaften
Förderung Förderung von 2020 bis 2025
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 452191624
 
Erstellungsjahr 2025

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Das Projekt hat untersucht, wie eine spezielle elektrische Stimulation (d.h. atVNS) das Gehirn beeinflusst – besonders die Fähigkeit zur sog. „kognitiven Kontrolle“. Diese beinhaltet die Fähigkeiten, unwichtige Informationen während der Kontrolle von Handlungen auszublenden (Inhibition), im Gedächtnis zu behalten (Arbeitsgedächtnis, WM) und flexibel zwischen Aufgaben zu wechseln. Es zeigte sich, dass atVNS bestimmte Gehirnwellen (Alpha-Wellen) beeinflusst, aber nicht die sogenannten Theta-Wellen. Besonders im sog. Stirnhirn und dem sog. Oberen Scheitellappen hilft die Stimulation dabei, störende Informationen besser zu unterdrücken und unwichtige Inhalte nicht in das Kurzzeitgedächtnis zu lassen. atVNS verbessert das „Schließen des Gedächtnis-Tors“ (also das Aussortieren unwichtiger Informationen), aber nicht das „Öffnen“ (also das Aufnehmen neuer Informationen). Bei jüngeren Erwachsenen unterstützt atVNS diese Prozesse. Bei älteren Personen hingegen scheint atVNS eher nachteilige Effekte zu haben. Diese Erkenntnis ist v. A. vor dem Hintergrund des zunehmenden kritischen Trends relevant, Methoden der Hirnstimulation als Möglichkeit zu nutzen kognitive Funktionen zu verbessern. Ein weiteres Ergebnis: Die Mechanismen von atVNS unterscheiden sich von einer anderen Stimulationstechniken (atDCS). Das eröffnet neue Möglichkeiten, beide Hirnstimulationsmethoden zu kombinieren. Genau das wird jetzt in einem neuen Forschungsprojekt untersucht, das gerade durch die DFG finanziert wurde.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

Zusatzinformationen

Textvergrößerung und Kontrastanpassung